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05.04.2012 11:16
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Wiegand-Feinkost: Tonnenweise Salat-Mayonnaise

Von Wolfgang P. Getta

Auf Feinkost der Solinger Firma Wiegand & Sohn GmbH vertrauen zumeist schon seit vielen Jahren 220 Stammkunden. Sie sitzen

FAMILIENBETRIEB

GRÜNDUNG Die Firma wurde 1926 von Alex Wiegand gegründet. Mit einem Mitgesellschafter führte es sein gleichnamiger Sohn fort, bis dessen Sohn Gerd – also der Gründerenkel – den Betrieb übernahm. In vierter Generation ist seit 1996 Urenkel Lars Wiegand, gelernter Industriekaufmann, Chef an der Emmastraße.

MITARBEITER Bei Feinkost Wiegand arbeiten acht feste Mitarbeiter (je vier Männer und Frauen) sowie drei Teilzeitkräfte. Alle sind langjährig an Bord, ein Mitarbeiter bereits seit über 30 Jahren.

außer in ganz Deutschland auch in Belgien, den Niederlanden und in Frankreich. Das Familienunternehmen von der Emmastraße in Höhscheid kämpft wie rund 30 Mitbewerber ums Überleben auf einem immer schwieriger werdenden Markt.

Gut ein Dutzend Produkte, so Geschäftsführer Lars Wiegand (48), stellt seine Firma nach bewährten „Hausrezepten“ her. Es sind drei Sorten Mayonnaise mit 80, 65 oder 50 Prozent Anteil an Sonnenblumen- oder Rapsöl und 7,5 Prozent Eigelb. Hinzu kommen zwei Remouladen mit 80 oder 60 Prozent Öl. Bezogen wird von renommierten Ölmühlen im In- und Ausland.

Auch drei Sorten Salat-Dressing werden produziert, und zwar in den Geschmacksrichtungen Kräuter, Yoghurt und Cocktail. Zu erwähnen sind zudem Tomaten-, Curry- und Gewürz-Ketchup sowie eine Zigeunersauce. Seit einem halben Jahr neu im Wiegand-Programm sind eine Döner-Sauce und eine Chili-Sauce. 16 Erzeugnisse werden als „Eigenmarken“ für Kunden unter deren Namen hergestellt. Stichwort Kunden: Es sind Cash- & Carry-Märkte, Gastronomie-Zulieferer und weiterverarbeitende Betriebe. Nicht wenige werden schon seit Jahrzehnten beliefert.

Bei der Produktion ist absolute Sauberkeit oberstes Gebot

Produziert wird in so genannten Homogenisatoren. „Sie sind eine Art liegendes Rührwerk, in dem die Zutaten zerkleinert und miteinander vermischt werden“, erläutert Lars Wiegand dem Laien. Und fügt hinzu: „Absolute Sauberkeit ist bei unserer Fertigung das oberste Gebot!“

350 bis 400 Tonnen beträgt der monatliche Ausstoß. Den Löwenanteil davon macht mit rund 240 Tonnen die Salat-Mayonnaise mit 50 Prozent Ölanteil aus, gefolgt von 80 Tonnen Tomatenketchup. Produziert wird in Chargen von 650 bis 1000 Kilogramm. Die Auslieferung erfolgt mit eigenen Fahrzeugen und durch Speditionen.

Wiegand macht kein Hehl daraus, dass ihm das unkalkulierbare Auf- und Ab der Rohstoffpreise größten Kummer bereitet. So habe sich etwa das Bindemittel Guarkern-Mehl um das Zwölffache verteuert. „Allein in den letzten zwei Jahren sind die Preise für Rohstoffe und Verpackungen um 30 bis 40 Prozent gestiegen. An unsere Kunden weitergeben konnten wir lediglich 1,5 Prozent. Das bedeutet: Wir kämpfen täglich ums Überleben.“