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17.08.2012 11:03
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Unger: Gräfrather machen es sonnenklar

Von Fred Lothar Melchior

Sein jüngstes Geschäftsfeld hat Torsten Deutzmann ständig im Blick: Mitarbeiter haben dem Geschäftsführer der Unger Germany GmbH einen

PROFIL

NAME Unger Germany GmbH

STANDORT Dellenfeld 35 UMSATZ 2011 waren es 70 Millionen Dollar, davon etwa ein Drittel in Europa.

MITARBEITER 74 in Solingen (ohne Zeitarbeiter), rund 200 weltweit.

GEGRÜNDET 1964. Unger ist Familienunternehmen in zweiter Generation.

MARKTFÜHRER Bei Geräten für die Reinigung von Glas. www.ungerglobal.com

kleinen Konferenztisch geschenkt – mit einem Photovoltaik-Modul als Platte. „Wir sind stark bei der Reinigung von Solar-Modulen“, sagt Deutzmann. „Am Anfang hat die Solarbranche immer erzählt, das reinige sich von selbst durch den Regen. Inzwischen hat man aber erkannt: Das reicht nicht.“

Bergische Marktführer

Es waren auch die Erfahrungen, die Google mit seinen Solaranlagen am Stammsitz in Mountain View machte, die Unger neues Geschäft bescherten: Die verschmutzten Solarzellen produzierten weniger Strom. Torsten Deutzmann: „Die Reinigungskosten sind schnell hereingeholt, wenn die Leistung wieder 100 Prozent beträgt.“

In Deutschland sind es speziell die großen Anlagen auf landwirtschaftlichen Gebäuden, die schneller verdrecken. „In Bayern gibt es bereits Firmen, die sich nur auf die Reinigung von Photovoltaik-Anlagen spezialisiert haben“, erläutert der 44-jährige Geschäftsführer. Entsprechend groß war der Zulauf, als Unger im Juni bei der „Intersolar“ in München ausstellte: „Der Stand war von morgens bis abends voll.“

Unger entwickelt, produziert und vertreibt Reinigungsgeräte für verschiedene Anwendungsgebiete und Kundenkreise. Je ein Drittel trägt das Profi-Geschäft in Europa und den USA zum Umsatz bei; das restliche Drittel stammt aus Verkäufen an amerikanische Endverbraucher. „In Europa ist das Consumer-Geschäft noch nicht so stark entwickelt“, erklärt Deutzmann. „Beide Bereiche aber haben Wachstumspotenzial.“

In Europa Spitzenposition bei
Werkzeugen für die Glasreinigung

„Wir sind Marktführer bei Geräten für die Glasreinigung in Europa“, betont der gebürtige Solinger. Für Solaranlagen bestens geeignet ist das System, mit dem bereits Gebäudereiniger – vom Boden aus – Fenster bis in 21 Meter Höhe säubern: Durch Carbonstangen fließt entmineralisiertes Wasser, das danach ohne Rückstände auftrocknet. Deutzmann: „Diese ,grüne’ Reinigung ohne Chemie passt hervorragend zum Bild der Solarbranche.“

Bis zu den hochmodernen Systemen war es ein weiter Weg: Die ersten Abzieher konstruierte Firmengründer Henry M. Unger im Haus der Großmutter seiner Ehefrau Barbara. Aus der Hamburger Dachwohnung wurde die Firma noch 1964 nach Solingen verlagert, zunächst ins Gewerbegebiet Scheuren. 1978 entstand Unger Enterprises in den USA. Seit 1996 stehen die Söhne Dane, Jan und Mark an der Spitze.

Das Wachstum in Europa zeigt sich am besten an der neuen Firmenzentrale, in die Unger sechs Millionen Euro investiert: Mit den Erdarbeiten im Gewerbegebiet Piepersberg soll heute begonnen werden. Als Einzugstermin ist der 1. Juni 2013 geplant.

Dann ist das Saisongeschäft gerade vorbei. „Das Thema Frühjahrsputz ist weiter aktuell“, sagt Deutzmann. Um ganzjährig ausgelastet zu sein, sucht er – wie bei den Solaranlagen – ständig nach neuen Aufgaben: „Glasreinigung macht nur zwei Prozent der Arbeitszeit eines Gebäudereinigers aus. Auf Sanitärräume entfallen 25 Prozent.“ Eine Unger-Lösung, um schneller und ergonomischer zu arbeiten: die Toilettenbürste mit extra langem Handgriff.