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11.03.2010 09:50
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OB Feith staunt über spuckende Maschinen

Er scheint mächtig beeindruckt, als er durch die Produktionsstätte der Stahlwarenfabrik Niegeloh geht, nimmt zwei Scherenklingen aus einem Kasten und brüllt gegen den Maschinenlärm an: „Ich dachte, Sie produzieren zwei Teile davon, aber im Grunde ist es ja nur eins.“ Mit einem Ausdruck des Staunens legt er die Stücke aus Stahl wieder in den Behälter, in den die Maschine weiter Scherenteile im Akkord spuckt.

8 Millionen Euro Umsatz im vergangenen Jahr

Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU) ließ sich gestern im Rahmen seiner Firmenbesuche das Werk des 70 Mann starken Familienunternehmens Ernst und Willy Niegeloh an der Beethovenstraße zeigen. Auch Bernd Clemens und Frank Balkenhol von der Wirtschaftsförderung der Stadt sahen sich dort um. „Sie sind eine tragende Säule des Wirtschaftsstandorts Solingen und ein respektabler Arbeitgeber“, sagte Feith zu Niegeloh-Geschäftsführer Ralph Ebner sowie Ernst-Wilhelm Niegeloh, dessen Vater und Onkel das Unternehmen 1940 gründeten. „Ich nehme aber auch zur Kenntnis, dass Sie täglich ums Überleben kämpfen“, fügte der OB hinzu und fragte, wie er helfen kann.

Während der Spezialist für die Herstellung von Instrumenten zur Hand- und Fußpflege im vergangenen Jahr noch 8 Millionen Euro umsetzte und nicht kurz arbeitete, liefen die ersten beiden Monate dieses Jahres schlecht. „Den Einbruch spürt die gesamte Branche. Für 2010 denke ich jedoch positiv, dass wir die Kosten dem Umsatz anpassen können“, sagte Ebner. Zudem stehe man in Verhandlung mit Interessenten aus China und Russland.

Niegeloh setzt auf hochwertige Teile, die bezahlbar sind - und auf den Standort Solingen. Ebner: „Wir haben noch viel Handarbeit im Betrieb, setzen aber gleichzeitig auf ein Höchstmaß von Innovation und Automatisation.“ Zu den 584 Produkten, die „zu 100 Prozent in Solingen“ gefertigt werden, zählt auch der von Ebner entworfene Nagelknipser „top-Inox“, dessen Herstellung der Dokumentationssender „Discovery Channel“ gestern filmte. mw