HERBERT STAMM Der Kunststoff-Apparate-Bauer meldet bisher größten Auftrag: eine Technikum-Galvanik.
Von Wolfgang P. Getta
Kunststoff-Apparatebau ist seit Jahrzehnten die Spezialität der Herbert Stamm KG. Bis Anfang der 1990er Jahre waren noch Geräte und Anlagen
FIRMENGESCHICHTE
GRÜNDUNG Herbert Stamm übernahm 1963 eine Schreinerei und fertigte Einrichtungen für die graphische Industrie. 1972 trat sein Sohn Jürgen als gelernter Kaufmann in die Firma ein.
STANDORT Bis vor drei Jahren an der Löhdorfer Straße (300 m²), seitdem 700 m² im Ex-Fürst-Gebäude, Neuenhofer Straße.
BELEGSCHAFT Jürgen Stamm, sein Sohn Christoph (Marketing und Vertrieb) und sechs Mitarbeiter.
ERZEUGNISSE Apparate und galvanotechnische Anlagen in Gehäusen aus Kunststoff (vor allem aus Polypropylen). Dazu Zubehör für die Galvanoindustrie.
für die Druckindustrie ihr Hauptbetätigungsfeld. Inzwischen sind es galvanotechnische Anlagen, Behälter und Apparate für Galvanofirmen, für die Abwassertechnik und für Maschinenfabriken.
„Die Umstellung unserer Produktpalette, die der Einzug der Elektronik in die Druckindustrie erzwang, war nicht einfach!“, erinnert sich Firmenchef Jürgen Stamm (63). Zwischen 1995 und 1998 machte er mit großem persönlichem Einsatz das frühere Zusatzgeschäft zum neuen Hauptstandbein. Und das mit Erfolg, wie unter anderem eine aktuelle Herausforderung zeigt.
Elf je 4,50 m lange Module für rund 600 000 Euro
Derzeit wird bei Stamm am bislang größten Auftrag der Firmengeschichte gearbeitet. Es ist eine 600 000 Euro teure Technikum-Galvanik (Versuchsanlage), die einer der größten deutschen Anlagenbauer und Chemiehersteller bestellt hat. Die Anlage besteht aus elf je 4,50 Meter langen Modulen mit diversen Becken für Aktiv- und Spülbäder.
Rund 70 Prozent der Arbeiten sind fertigungstechnisch bereits erledigt. „Wir stellen die Anlage von der Idee über die Zeichnung bis zum kompletten Technikum in Eigenregie her“, betonen Jürgen Stamm und sein Sohn Christoph (31).
Das Selbermachen betrifft den Einbau aller Ausrüstungen der Anlage wie Gleichrichter, Filter und Pumpen sowie die gesamte elektrische Ausstattung. Die Auslieferung ist für den April geplant. Die Montage vor Ort führen Stamm-Mitarbeiter durch.
„Wir statten derartige Anlagen mit neuester Technik wie etwa luftgekühlten Gleichrichtern aus“, erklären Vater und Sohn. „Jede unserer Anlagen ist ein Unikat.“ Sonderanfertigungen sind die Stärke der KG. Zu nennen ist hier etwa eine Kabine für Langzeit-Salzsprühtests. Sie wird bei einem renommierten Autohersteller Beschichtungen auf die Probe stellen.
Abnehmer von Sonderanlagen sind Maschinenfabriken. Eine 120 000 Euro teure Anlage zum Verchromen von geschliffenen Stangen und Rohren geht nach China. In die Türkei geliefert wurde 2011 eine Anlage zum chemischen Vernickeln.
Ein türkischer Werkzeughersteller kam mit der Vorgabe zu Stamm, eine Werkzeugaufnahme für eine CNC-Bearbeitungsmaschine chemisch mit Nickel zu beschichten. Stamm überzeugte mit einem Konzept, das 16 Takte, sprich Beckenstationen, vorsah und 160 000 Euro kosten sollte. Sieben Monate später wurde die Anlage vor Ort aufgestellt. Sie funktioniert einwandfrei.
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