ARBEITSMARKT Agenturleiterin weiter optimistisch / Weniger Kurzarbeit.
61 Arbeitslose mehr brachte der August - und trotzdem ist Ute Ackerschott, die Leiterin der Arbeitsagentur, zufrieden: „Die Urlaubszeit hat keinen Schwung aus dem Arbeitsmarktgeschehen genommen. Vielmehr ist die Stimmung in vielen Betrieben offensichtlich viel zu gut, um jetzt auszuspannen.“ „Saisonale Gründe“ stünden hinter dem Anstieg der Arbeitslosenzahl auf 7387. So hätten sich etwa Jüngere gemeldet, die nach der Schule auf eine Lehrstelle oder einen Studienplatz warten.
Optimistisch stimmt die Agenturleiterin, dass es bei Unternehmen und Behörden im August 473 neue Vakanzen gab. Darunter waren 447 sozialversicherungspflichtige Stellen. Ackerschott: „Damit wurde sogar das Topniveau des Vormonats übertroffen“ (454/428). Die meisten Arbeitnehmer wurden von Zeitarbeitsfirmen gesucht: Sie machten 290 Stellenangebote, 63 mehr als im Juli. Insgesamt (mit „alten“ Vakanzen) waren Ende August 834 Arbeitsplätze unbesetzt (759 sozialversicherungspflichtige).
Die Zahl der kurzarbeitenden Betriebe sank im letzten Monat um 20 auf 277. Allerdings fragten auch fünf Firmen an, die Kurzarbeit einführen wollen.
Weniger Langzeitarbeitslose
Eine „Trendwende“ erhofft sich Ute Ackerschott bei den Langzeitarbeitslosen: Im August waren es mit 3035 Betroffenen 26 weniger als im Juli, aber immer noch 112 mehr als im August des Vorjahres. 331 Langzeitarbeitslose werden von der Arbeitsagentur betreut (65 mehr als im Vormonat), 2704 vom Jobcenter (Hartz-IV-Behörde). Hintergrund des Zuwachses bei der Agentur: Die über 58-Jährigen müssen sich wieder dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen; seitdem wächst ihr Anteil an den Arbeitslosenzahlen „kontinuierlich“. flm