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06.01.2012 09:42
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Gründer-Zuschuss nur sechs Monate

434 Solinger und Remscheider erhielten im letzten Jahr einen Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit. 2012 wird es etwa die Hälfte weniger sein, vermutet Bereichsleiter Peter Kraps: „Die Nachfrage nach dem Zuschuss geht zurück, denn auf dem Arbeitsmarkt gibt es eine erkennbare Verbesserung für Akademiker und High Potentials.“

Außerdem dürfte abschrecken, dass sich die Bedingungen verschlechtert haben. „Es ist richtig, dass es bei guter Konjunktur weniger Gründer gibt“, sagt Thomas Grigutsch, Gründungsexperte des Startercenters Wuppertal-Solingen-Remscheid. „Aber auch die neuen Regeln werden zu einem Rückgang führen.“

Interessenten versuchten sich vor der Änderung selbstständig zu machen

Am Startercenter, das zum einen im GuT am Grünewald, zum anderen bei der IHK in Wuppertal untergebracht ist, war die lange geplante und dann Ende Dezember wirksam werdende Änderung seit einem Dreivierteljahr ein viel diskutiertes Thema. Manch Interessent versuchte sich noch zu den alten Konditionen selbstständig zu machen.

Die sahen vor, dass Gründer neun Monate lang gefördert wurden, wenn sie noch einen Restanspruch auf 90 Tage Arbeitslosengeld I hatten. Dazu gab es in dem Dreivierteljahr noch eine 300-Euro-Pauschale extra zum Arbeitslosengeld.

Nach der neuen Regelung müssen Bewerber noch einen Restanspruch von 150 Tagen haben und werden nur sechs Monate lang gefördert. Die 300 Euro extra können nach Auslaufen der Förderung allerdings für weitere neun Monate beantragt werden; bisher waren es sechs.

Unter dem Strich sollen rund 700 Millionen Euro gespart werden, etwa 70 Prozent der 2011 von der Bundesagentur ausgegeben 1,7 Milliarden Euro. Damit die Einsparung erreicht wird, hat die Bundesregierung an einer weiteren Schraube gedreht. Thomas Grigutsch: „Eine der wichtigsten Änderungen ist, dass man früher einen Rechtsanspruch auf den Gründungszuschuss hatte. Jetzt ist es nur noch eine Ermessensleistung der Agentur. Wir warten ab, wie die Agentur das auslegen wird.“

„Wir müssen uns von der Tragfähigkeit der Konzepte überzeugen, die von den Gründern vorgelegt werden“, erläutert Agentur-Bereichsleiter Peter Kraps. Dabei verlasse man sich auch auf die Stellungnahmen des Startercenters. flm