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06.03.2012 10:47
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Eisenwaren: „Die Messe läuft sehr gut“

Von Fred Lothar Melchior

Gefeiert wird bei nws traditionell am ersten Messeabend. „Rock your business“, hieß es am Sonntag mit der Peter Weisheit Band und den „3 Men in Black“. Chef Willibald Nöthen und sein junges Team hatten Grund anzustoßen: „Die ersten zwei Monate dieses Jahres waren sehr gut“, sagte gestern Marketing- und Produkt-Manager Michael Adam zur Halbzeit der Eisenwaren-Messe.

 

GEMEINSCHAFTSSTAND

KOMPETENZHOCH³ Fast 400 m² ist der bergische Gemeinschaftsstand in Halle 10 groß. „Als bergische Region sind wir der Standort der Werkzeugindustrie“, betont Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Entwicklungsagentur. „Wir haben eine ganze Reihe von kleineren Unternehmen, die ohne Gemeinschaftsstand nicht ausstellen könnten.“ Für Oberbürgermeister Norbert Feith ist es „eine Art bergischer Wirtschaftsförderung, die wir hier machen. Wer es ausprobieren will, für den ist der Gemeinschaftsstand ein Einstieg.“

Der Zangenspezialist nws, der seine Zentrale an der Röntgenstraße hat, aber in Thüringen produziert, stellte unter anderem den „MultiCutter“ vor, eine Abisolierzange, die drei Funktionen vereint. „Wir waren im Inland über die letzten Jahre immer stabil“, erläuterte Adam. Jetzt zöge es auch beim Export wieder an. „Es gibt selbst neue Aufträge aus Griechenland.“

Mit der Konjunktur ist man auch bei der Gedore-Gruppe zufrieden. „Die Neuheiten sind eingeschlagen“, freute sich Pressesprecherin Sandra Kratz. Für eine in Solingen gefertigte Neuheit erhielt Gedore den „Eisen 2012 Innovationspreis“: Mit dem Drehmomentschlüssel „Dremaster“ werden beispielsweise Ablesefehler vermieden, weil jeweils nur eine Einheit angezeigt wird (Umschalter für Newtonmeter und Foot-Pound). Außerdem neu: ein Drehmomentvervielfältiger.

Der „Dremaster“ wird bei Richard Abr. Herder an der Rathausstraße produziert. Dort soll der Neubau (ST berichtete) im Sommer 2012 bezugsfertig sein.

item und Gehring sind zum
ersten Mal in Köln dabei

Zum ersten Mal stellt item bei der Eisenwarenmesse aus. „Wer Werkzeuge einkauft, der braucht auch Arbeitsplätze und Betriebsmittel“, lieferte Marcus Büser die Begründung. „Man muss auch schon einmal außergewöhnliche Wege gehen.“ Am bergischen Gemeinschaftsstand (siehe Kasten) präsentiert item neben seinem neuen Arbeitsplatz-System noch den Maschinenbaukasten und die Baureihe D30.

Ebenfalls zum ersten Mal ist Messer-Spezialist Gehring in Köln vertreten. „Wir wollen den alten Eisenwarenhandel wiederbeleben“, berichtete Volker Gehring. Er denkt dabei vor allem ans Ausland. „Wir haben schon eine ganz gute Resonanz.“ Auch andere Vertriebswege für Solinger Zöppker sind für ihn denkbar.

Als Aussteller der Eisenwarenmesse bekannt sind andere Schneidwarenhersteller. „Die Messe läuft sehr gut“, kommentierte Joachim Stett von Kretzer. Die Aufderhöher zeigen am Gemeinschaftsstand des Fachverbands Werkzeugindustrie unter anderem Spezialscheren für Aramide und Glasfasern und die wieder aufgelegten Blechscheren.

„2011 war ein Spitzenjahr“, blickte Joachim Stett zurück. Deshalb wurden auch neue Mitarbeiter eingestellt; Kretzer bildet zudem aus. Der Erfolg liege an der engen Zusammenarbeit mit den Kunden, nicht zuletzt bei Neuentwicklungen.

„Mit der Auftragslage sind wir sehr zufrieden“, äußerte sich auch Frank Rommel, der Chef von Otter-Messer. „Wir werden zum ersten Mal Schneidwerkzeugmechaniker ausbilden und haben uns auch dem Praktikumskreisel angeschlossen.“

Anders als Gehring, Stett und Rommel setzt Rainer Clauberg nicht auf eine Fertigung in der Klingenstadt. Der Geschäftsführer der Karl Jung GmbH lässt seine Werkzeuge für den Garten- und Obstbau sowie fürs Baugewerbe seit 14 Jahren in Portugal fertigen. „Wir hatten in den letzten Jahren ständig ein kleines Wachstum“, erläuterte er, „aber es erfordert mehr Aufwand und neue Ideen.“ Im Moment überlegt Clauberg, ob er den Dämmstoffmesser-Bereich wieder nach Deutschland zurückholt.

Außerdem in Köln vertreten: Lutz, Tecsafe, UKE Underwater Kinetics Europe, VS Guss und Zweibrüder Optoelectronics.