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27.07.2012 10:44
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Ein Koch mit viel Kreativität

Von Wolfgang P. Getta

„Ich freue mich einfach, wenn es anderen schmeckt.“ Dies war und ist die Devise des bekannten Solinger Kochs Peter Fahnler. Der inzwischen

ZUR PERSON

HERKUNFT Peter Fahnler wurde 1944 in Wien geboren.
SCHULE: Mittlere Reife.
AUSBILDUNG: Kochlehre im „Hotel zur Post“ in Bremen mit Abschluss 1964.

ANGESTELLT: Von 1965 bis 1972 in verschiedenen Positionen als Koch, zuletzt Küchenchef im Solinger Theaterrestaurant unter Pächter Klaus Boos.

SELBSTSTÄNDIG: „Engelsberger Hof“ (1972 bis 1984) und „Landhaus Schmalzgrube“ (1984 bis 1995), Chef der Beratungsfirma CPF (1984 bis 2011).

EINIGE EHRENÄMTER: Prüfungskommission der IHK, Dehoga, Club der Köche, seit 1981 bis heute Sachverständiger für das Hotel- und Gaststättengewerbe.

68-Jährige ist nicht nur wegen seines unübersehbaren Bauchs seit Jahrzehnten ein „Schwergewicht“ in der kulinarischen Szene der Klingenstadt: Seit 1968 war er Vorsitzender der IHK-Prüfungskommission Köche. Am 22. Juni saß er dem fünfköpfigen Gremium – je zwei Vertreter der Arbeitgeber und -nehmer sowie einer vom Berufskolleg – zum letzten Mal vor.

„Einer meiner letzten Prüflinge war Robin Kanning, Azubi eines ehemaligen Lehrlings von mir. Er hat im Städtischen Klinikum gelernt und das Praktische mit einer ,Eins’ bestanden“, freut sich Fahnler. Er schätzt, dass er im Laufe von 45 Jahren an der Prüfung von rund 2700 Köchen, Hotel- und Restaurantfachleuten mitgewirkt hat.

Von Roberto Blanco bis Walter Scheel viele Prominente bekocht

„Ein Mann, der für seine Freunde nicht selbst kocht, ist es nicht wert, Freunde zu haben.“ Diese Aussage des französischen Gastrosophen Jean Antheme Brillant Savarin hat Peter Fahnler zu seinem Wahlspruch gemacht. In der Zeit als Küchenchef im Theaterrestaurant hat er unter anderem für Promis wie Katja Epstein, James Last, Roberto Blanco und Insterburg & Co. gekocht. „Letztere haben damals sogar ohne Zögern mein Auto angeschoben“, erinnert er sich. Im „Engelsberger Hof“ speisten bei ihm etwa der damalige Bundespräsident Walter Scheel, CDU-Spitzenpolitiker Rainer Barzel und Weltumsegler Rollo Gebhard.

Fahnler ist Ehrenmitglied im Club der Köche  Rhein-Wupper Solingen, den er 1969 gründete und dessen Pressesprecher er von 1988 bis 2007 war. Heute dient er dem Club als Schriftführer. Die Kreisgruppe des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) hat Fahnler längst zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Im Rückblick ist der 68-Jährige stolz auf die Kreativität, die er als Koch bewiesen hat. Etwa bei den Spezialitätenwochen – ob friesische, dänische, ungarische, holländische, US-amerikanische oder spanische –, die er den Gästen im „Engelsberger Hof“ oder in der Schmalzgrube bot. „Es gab dann nicht nur ausnahmslos Gerichte und Getränke aus diesem Land, sondern meist auch eine Koch-Crew von dort.“ Er und seine Frau, die als Restaurantchefin fungierte, hätten als Erste eine Karte mit offenen Weinen und überdies eine spezielle Teekarte eingeführt. „Auch einen Seniorenteller mit dem Motto ,Klein, aber fein gewürzt’ haben wir uns einfallen lassen.“

1981 regte Fahnler maßgeblich einen Wettbewerb für einen Solingen-Teller an. Ihn gewann ein „Solinger Schleiferpfännchen“: ein Pillekuoken mit einem Belag aus einem Stück Schweinefilet, einer Frikadelle, einem Rostbratwürstchen, einem Stück Panhas oder gebratener Blutwurst und braunen Zwiebelscheiben. „Er hat sich leider nicht durchgesetzt.“ Seit 1980 ist der rührige Gastronom Mitglied der „Chevaliers du trou Normand“. Was es damit auf sich hat, wird so erklärt: Das „normannische Loch“ im bestens gefüllten Magen entstehe, wenn man einen guten Calvados genieße . . .