RING POLITISCHER JUGEND In der Cobra stellten sich OB-Kandidaten den Fragen der Jugendlichen.
Am Ende steht Kim in der Cobra und weiß immer noch nicht so recht, wen sie wählen soll. „Ich hätte mir einen besseren Dialog unter den Oberbürgermeisterkandidaten gewünscht“, sagt die 18-Jährige. „Jugendliche sind zu selten zu Wort gekommen. Und die Kandidaten haben die Gelegenheit immer wieder genutzt, sich darzustellen, sich zu beweisen und andere anzugreifen.“ Auch Karim zuckt ratlos die Schultern. Der 19-Jährige ist misstrauisch. „Ob das alles so stimmt, was da oben gesagt wird?“
Die Kommunalwahl
Ein großes Podium in der Cobra: Der Ring Politischer Jugend (RPJ) hat am Mittwochabend eingeladen, um bei jungen Menschen Interesse für Politik zu wecken und dafür zu werben, auch wählen zu gehen. „Entscheidend ist nicht die Partei, wichtig ist, sich einzumischen und die Zukunft mitgestalten zu wollen“, betont Daniel Flemm, der Vorsitzende der Jungen Union. Und Sebastian Broch, Vorsitzender der Jusos, ergänzt: „Es bringt nichts, nur zu meckern und sich nicht einzubringen.“ Schon jetzt müsse man mitmischen, um später die Macht zu übernehmen.
Darauf greift eine Zuhörerin die jugendpolitischen Sprecher an: „Ihr redet immer nur von Macht und nicht von Menschen.“ Sebastian Broch entgegnet: „Die braucht man aber, um etwas für Menschen tun zu können.“
Den Abend moderiert Alex Hofmann, freie Mitarbeiterin von Radio RSG und der Karl.-Redaktion. In der ersten Runde befragt sie die Sprecher der Jugendorganisationen der Parteien und Vereine. Um anschließend in die „Elefantenrunde“ einzusteigen: die sieben Oberbürgermeisterkandidaten stellen sich den Fragen. Das Publikum ist zahlreich, trotz strahlenden Sonnenwetters. Und bunt gemischt: mindestens die Hälfte der Anwesenden weiblich, und auch Jugendliche mit Zuwanderergeschichte interessieren sich für die Kandidaten, die künftig im Rathaus für das Wohl der Stadt sorgen wollen.
Die Luft ist aufgeladen. Sogar so sehr, dass Moderatorin Alex Hofmann aus dem Publikum dafür gerügt wird, den Kandidaten der Linkspartei, Gerd Schlupp, zu sehr zurechtgewiesen zu haben. Sie hat versucht, ihn energisch zu stoppen, als er über rhetorische Umwege ziemlich langsam zum Kern einer Antwort kam.
Das Ansinnen der jungen Moderatorin war, möglichst konkrete Aussagen der Oberbürgermeisterkandidaten zu jugendlichen Themen zu bekommen. „Die Finanzen sind viel zu kompliziert für uns, das können wir nicht nachvollziehen“, bemühte sie sich um einfache Antworten. Dr. Hans-Joachim Müller-Stöver, OB-Kandidat der SPD, will - auch um die Jugendkultur inhaltlich zu stützen - nach den Wahlen den Kulturausschuss wieder vom Hauptausschuss trennen. „Der Kulturetat muss so umgeschichtet werden, dass für Jugendkultur ein eigener Posten eingerichtet wird.“ Norbert Feith (CDU) ist froh, dass durch unternehmerisches und bürgerschaftliches Engagement die Cobra eine Zukunft hat. „Das ist für viele Bereiche ein Zukunftsmodell.“
Die OB-Kandidatin der Grünen, Martina Zsack-Möllmann, legt sich besonders für den Öffentlichen Nahverkehr ins Zeug: „Von den Kürzungen sind überwiegend Jugendliche und ältere Menschen betroffen.“ Volker Klein, Kandidat der FDP, setzt sich dafür ein, dass Jugendliche mehr in die Politik einbezogen werden. Markus Preuß, BfS, will das Heidebad renaturieren. Ulrich Hohn von der FBU betont, dass der Etat zugunsten von Kindern und Jugendlichen umgeschichtet werden müsse, und für Gerd Schlupp (Linkspartei) ist die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit entscheidend. kc