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18.04.2012 10:27
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Wenig Mängel in Solingens Pflegeheimen

Von Hans-Peter Meurer

Die Bilanz ist bis auf wenige Ausnahmen positiv: In den 40 Solinger Seniorenheimen sowie Pflegeeinrichtungen für Volljährige mit immerhin rund 2400 Plätzen wurde im vergangenen Jahr bei Regelprüfungen und bei unangemeldeten Kontrollen der städtischen Heimaufsicht nur ein gravierender Mangel festgestellt. In einer Einrichtung wurden Bewohner nicht rund um die Uhr von Fachpersonal betreut, sondern nachts von nicht qualifiziertem Personal. Dieser Mangel ist aber inzwischen behoben.

Das geht aus dem Jahresbericht 2011 der städtischen Heimaufsicht hervor (siehe Kasten unten). Die Aufsichtsbehörde ist für die Einhaltung der Pflege-Richtlinien im Stadtgebiet zuständig und prüft regelmäßig Heime und Einrichtungen auch nach Beschwerden von Bewohnern oder Angehörigen von Pflegebedürftigen. Der Jahresbericht ist nach neuem Minis-ererlass anonym gehalten.

JAHERSBERICHT

MÄNGEL Im Bereich der Barrierefreiheit, beim Einzelzimmeranteil, bei der Ausstattung mit Funktionsräumen und beim baulichen Zustand haben einige Pflegeeinrichtungen, Behindertenwohnheime und Außenwohngruppen Schwächen.

STRAFEN Erfreulich: 2011 mussten nach Kontrollen keine Bußgeldverfahren eingeleitet werden. Diese können bei gravierenden Verfehlungen oder Missständen bis zu einer Höhe von immerhin 25 000 Euro verhängt werden.

Umso transparenter geht inzwischen das Ohligser SenVital Senioren- und Pflegezentrun mit seinen Prüfberichten um, nachdem die Einrichtung vor zwei Jahren nicht aus den Schlagzeilen kam: Es gab nicht nur zahlreiche Beschwerden von Angehörigen der Pflegebedürftigen über angeblich gravierende Betreuungs- und Pflegemängel, sondern auch über einen ungeklärten Todesfall.

Eine 90-Jährige war in einer Klinik verstorben, in die sie erst drei Wochen nach einem schweren Sturz in der Ohligser Senioreneinrichtung eingewiesen worden war. Erst in der Klinik stellte sich heraus, dass sich die Seniorin beim Sturz mehrere Knochenbrüche zugezogen hatte. Die Staatsanwaltschaft ermittelte auch in weiteren Fällen, die Heimaufsicht wurde eingeschaltet. Unangemeldete Überprüfungen fanden statt. Dabei bestätigten sich tatsächlich gravierende Mängel in der Pflege von Heimbewohnern.

„Das ist alles Schnee von gestern“, sagen SenVital-Geschäftsführer Uwe Mikrikow (Köln) und Heimleiterin Jana Deri. Sie hat im Juni 2010 das Ohligser Zentrum übernommen. „Die jüngste Überprüfung durch die Heimaufsicht im März diesen Jahres hat ebenfalls keinerlei Mängel aufgezeigt, sondern es hat nur eine Handvoll Anmerkungen gegeben“, sagt Deri. Auch eine Überprüfung der Bezirksregierung auf Einhaltung des Arbeitsschutzes und der Arbeitsicherheit sei ohne Beanstandung erfolgt. Und eine Überprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) habe sowohl für den Bereich der Seniorenresidenz (30 Appartements) als auch für das Seniorenzentrum mit seinen 89 Pflegeplätzen mit einem „Sehr gut“ abgeschlossen.

Fachkraftquote liegt über dem Soll, keine Leihkräfte mehr

119 Bewohnerplätze hat SenVital heute. „Die Auslastung liegt inzwischen wieder zwischen 93 und 98 Prozent“, sagt Mikrikow stolz. Leihkräfte im Pflegedienst gebe es nicht mehr, 97 festangestellte Mitarbeiter kümmerten sich inzwischen um Bewohner und die zu Pflegenden. „Die Fachkraftquote liegt nun sogar weit über dem gesetzlich vorgeschriebenen Soll.“

Und SenVital will den Komplex um ein Gästehaus mit Seniorenbetrieb nun erweitern. Das Nachbargrundstück an der Hackhauser Straße wurde vom Solinger Investor Dirk Iserlohe erworben, der auch im Aufsichtsrat der SenVital-Gesellschaft sitzt. Das darauf stehende Gebäude ist seit Februar abgerissen. „Hier soll ein 40-Betten-Gästehaus mit Hotelbetrieb, Aufbereitungsküche und Multifunktionsfläche im Untergeschoss entstehen“, bestätigt Mikrikow auf ST-Anfrage. Der Bauantrag sei eingereicht, aber noch nicht beschieden worden.