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17.01.2012 18:42
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Wehr am Wipperkotten stark beschädigt

Baumstämme, Kanufahrer und das Hochwasser im Januar 2011 haben den Zustand des Wehres am Wipperkotten „nicht unerheblich verschlechtert“. Steine sind zerbrochen, und möglicherweise wurden Teile abgetragen, berichtet Reinhard Schrage vom Förderverein Schleiferei-Wipperkotten e.V.

Kottenmeister Herbert Loos hat ihn darauf aufmerksam gemacht, hat der alte Schleifer das Wehr doch seit 40 Jahren täglich im Blick. Gemeinsam mit zwei weiteren Schleifern arbeitet er im Kotten und schleift Messer auf ganz traditionelle Art. Schon vergangenes Jahr habe er festgestellt, dass sich das Wehr verändert hat. Nun hat Schrage selbst Fotos mit dem aktuellen Zustand verglichen: „Ich kann Loos’ Eindruck bestätigen.“

Fachleute reisen
zum Ortstermin an

Schrage hat Fachleute zum Ortstermin für Donnerstag eingeladen. Sie sollen das Ausmaß der möglichen Schäden am Wehr ermitteln. „Das kann eine große Nummer werden“, vermutet er – vor allem finanziell. Sollte das Denkmal beschädigt sein, rechnet Schrage mit Restaurationskosten im sechsstelligen Bereich.

„Für mich ist das Wehr ein Kleinod, das es zu erhalten gilt“, betont Schrage. Ein funktionierendes Wehr sei Voraussetzung für eine funktionierende Schleiferei. Kann das Wehr die nötige Stauhöhe nicht mehr leisten, verringere sich die Wasserkraft, die das Wasserrad am Kotten antreibt; die Schleifer können nicht mehr arbeiten.

„Der Wipperkotten ist der einzige Kotten an der Wupper, der noch mit Wasserkraft betrieben wird“, beschreibt Reinhard Schrage die Besonderheit. „Hier liegen die Ursprünge der Messerschleiferei.“ Diese Tradition will der Förderverein bewahren.

Sollte das Wehr tatsächlich so stark beschädigt sein wie befürchtet, hofft Schrage auf Sponsoren, die den Erhalt des Wehres möglich machen. snk