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07.03.2012 16:40
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Warnstreik wirkt sich heute auf ganz Solingen aus

Die Solinger bekommen den Warnstreik im öffentlichen Dienst, zu dem die Gewerkschaften Verdi und Komba für heute  aufgerufen haben, zu spüren: Die Busse der Stadtwerke Solingen fahren  den ganzen Tag nicht, die Mülltonnen bleiben stehen, und auch das Klinikum Solingen wird bestreikt.  

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Von mehreren Stellen in der Stadt aus zogen die Streikenden am Morgen über den Schlagbaum und die Konrad-Adenauer-Straße zum Rathaus. Die angekündigte Komba-Ansprache auf dem Vorplatz fiel jedoch aus. Durch den Demonstrationszug und die Sperrung der zentralen Kreuzung am Schlagbaum kam es zu massiven Verkehrsbehinderungen.

Ziel der Warnstreikenden war das Müllheizkraftwerk an der Sandstraße, wo am Vormittag die Verdi-Kundgebung stattfand. Nach Polizeiangaben nahmen daran zu Spitzenzeiten rund 1200 Gewerkschaftsmitglieder teil. Jürgen Krause, Verdi-Geschäftsführer im Bezirk Rhein-Wupper,  hatte vorab nur mit 800 bis 900 Teilnehmern gerechnet.

Mülltonnen werden Donnerstag oder Samstag geleert

„Die Busse der Stadtwerke bleiben in den Depots“, hatte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Thomas Lafleur am Dienstag angekündigt. Damit ist der Busverkehr noch bis 1.30 Uhr in der Nacht zu Donnerstag lahmgelegt. Die Solinger hatten sich aber offensichtlich vorab gut informiert. Nur in Einzelfällen standen Fahrgäste unverrichteter Dinge an den Haltestellen. Kurios: Am Busbahnhof am Neumarkt hielten zwar die Busse des Kraftverkehrs Wupper-Sieg AG (Wupsi) nach Burscheid (über Witzhelden) und Köln (über Leichlingen), doch die mussten in Ermangelung von Fahrgästen leer weiterfahren.  

 Die Bahn lässt ihre Züge zwar fahren, doch auch in den meisten Nachbarstädten stehen Busse und Straßenbahnen still.

Auch die Wagen der Müllabfuhr bleiben auf dem Betriebshof stehen: Die Leerung soll teilweise schon am Donnerstag, auf jeden Fall aber am Samstag nachgeholt werden (auch bei Sperrgut). Dann müssen die Technischen Betriebe ihren Mitarbeitern allerdings tarifliche Zuschläge zahlen. Wo der Müll überquillt, wird laut Stadt „ausnahmsweise ein kleiner Sack mit entsorgt“.

Das Müllheizkraftwerk wird ebenfalls bestreikt. Auch private Anlieferungen sind nicht möglich. Zurzeit reicht der Müll in den Bunkern des Kraftwerks nur für rund drei Tage, um etwa weiter Fernwärme zu produzieren.

In den städtischen Kindertagesstätten werden am Mittwoch zahlreiche Mitarbeiterinnen streiken, sagt Maggy Volkmann, Mitglied im Personalrat. Viele Eltern ließen ihre Kinder wegen des Streiks zuhause, schätzt sie. „Alle städtischen Kitas haben aber geöffnet“, betont Stadt-Pressesprecherin Sabine Rische. „Wenn es eng wird, werden Notgruppen eingerichtet.“

Geschlossen bleiben am Mittwoch die Klingenhalle und das Sportbad. Im Hallenbad Vogelsang gibt es einen Notbetrieb. Das Schulschwimmen fällt aus. Der Schulunterricht findet jedoch wie geplant statt – auch wenn keine Busse fahren. Nur bei extremen Entfernungen können Eltern entscheiden, ob der Schulweg zumutbar ist, teilt die Schulverwaltung mit. Kinder, die zuhause bleiben, müssen jedoch entschuldigt werden. Betroffen vom Streik sind auch Ganztagsschulen, die ihr Mittagessen vom Klinikum geliefert bekommen. Sie müssen sich selbst verpflegen.

Im Städtischen Klinikum beteiligen sich Pflegepersonal und Mitarbeiter von Küche, Wäscherei, Reinigungsdienst und Technik am Warnstreik. „Es werden keine Operationen gestrichen, aber mit Wartezeiten muss gerechnet werden“, sagt die Betriebsratsvorsitzende Anke Jahncke.