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02.07.2011 10:08
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Viel Prominenz bei ST-Gesprächen

Prominente Gesprächspartner gaben sich bei den ST-Interviews auf dem Tageblatt-Stand der Solingen-Messe quasi die Klinke in die Hand. Den Talk-Reigen eröffnete der Rektor der Bergischen Uni, Prof. Dr. Lambert T. Koch. „Die Universität hilft der Region, der Überalterung entgegenzuwirken, in dem sie junge Leute anlockt. Zwei Drittel unserer Studenten kommen von außerhalb. Wichtig ist aber auch, dass die Unternehmen entsprechende Stellen schaffen, damit die Absolventen nach dem Studium auch hier bleiben.“ Der Unirektor kann sich zugute halten, das in der Vergangenheit eher verkrampfte Verhältnis von Uni und Unternehmen deutlich entspannt zu haben (weiterer Bericht folgt).

Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Bergischen Entwicklungsgesellschaft, sieht das Bergische Städtedreieck trotz gelegentlicher Differenzen „auf einem guten Weg“, eine wirkliche Einheit zu werden. Das gelte insbesondere für das Thema Tourismus, aber immer mehr auch für das Thema Fachkräftemangel. „Das können Sie heute eigentlich nur noch regional stemmen.“ Außerdem sieht die Agentur den neuen Schwerpunkt, die Bemühungen der Städte zu unterstützen, die marode Müngstener Brücke durch die Anerkennung als Weltkulturerbe vor dem Verfall zu retten. „Eine Herkulesaufgabe“, so Middeldorf.

Note „Zwei plus“ für den
Solinger Bildungsstandort

Einen Blick hinter die Kulissen und auf die Kunst, Menschen zu begeistern, gab kogag-Geschäftsführer René Splitthoff, der die Solingen-Messe nunmehr zum vierten Mal im Auftrag der Wirtschaftsförderung veranstaltet. „Die Messe ist erwachsen geworden“, stellte er mit Blick auf die professionelle Darstellung der Firmenstände am neuen Standort Eissporthalle fest.

Welche Note würde Peter Wirtz der Solinger Bildungslandschaft geben? Der Schulleiter der Walder Gesamtschule und Sprecher der Solinger Schulleiter gab ohne zu zögern eine „Zwei plus“. Solingen sei auf einem guten Weg. Gegenüber dem Stand vor fünf Jahren sei die Abiturienten-Quote um 17 Prozent gestiegen, die der Schulabbrecher um die Hälfte gesunken. Damit nehme Solingen landesweit Platz 6 bis 7 ein statt vorher Platz 34 bis 35.

Sportlich wurde es im Talk mit dem BHC-Trainer HaDe Schmitz, der Kreisläufer Henning Quade mitgebracht hatte. Dieser ist ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig die Wirtschaft jenseits des Sponsoring für eine erfolgreiche Mannschaft ist. Denn Quade hat soeben seine Ausbildung als Sport- und Fitnesskaufmann abgeschlossen. „Ohne Verständnis von den Unternehmen für die Jungs, die ja auch öfter mal fehlen, ginge das nicht.“ Und für die Handballprofis ist eine solide Ausbildung viel wert. „Eine Verletzung, und alles ist vorbei“, hat Quade erkannt.

Über volle Auftragsbücher und faire Tarifverhandlungen sprach im Anschluss Horst Gabriel. Das Interview mit dem Vorsitzenden des Arbeitgeberverbands erscheint ausführlich in unserer Montagsausgabe.

Ein sehr zufriedenes Fazit des Fachbesuchertags zog Norbert Feith im Gespräch mit den ST-Redakteuren Thomas Kraft und Stefan Kob. Der Oberbürgermeister hatte den ganzen Tag über das Gespräch mit den ausstellenden Unternehmen gesucht. Kritische Fragen nach der problematischen Zusammenarbeit im Städtedreieck retournierte Feith damit, dass es in anderen Regionen weit schlechter sei. Auch strittige Themen wie das geplante Outlet-Center in Remscheid (ST berichtete) könne man offen miteinander besprechen. Gleichwohl gab Feith zu, dass er froh sei, mit dem Vertrag über den Neubau eines Shoppingcenters am Neumarkt die richtigen Weichen vorher gestellt zu haben. sb.