BRAND Ein grellweißer Aufkleber zeigt, wo Kinderzimmer sind. Die Kleinen werden so besser entdeckt.
Von Uli Preuss
Hätte ein greller Aufkleber an einer Wuppertaler Kinderzimmertür am Sonntagmorgen Schlimmeres verhindert? Nein, in diesem schlimmen Fall wohl nicht. Bei dem verheerenden Brand in Elberfeld kamen eine Mutter und ihre zwei Kinder im Alter von zwei und fünf Jahren ums Leben. Mittlerweile gehen die Brandermittler davon aus, dass eines der Kinder mit Feuer gespielt hat.
Die Wache der Wuppertaler Berufswehr ist vom Brandort nicht weit entfernt. „Wir waren schnell da und konnten da oben nichts mehr tun“, sagt Sprecher Rudolf Nippus (42) zerknirscht. Beim Eintreffen der Wehr schlugen die Flammen meterhoch aus fünf Fenstern. Ob im Altbau lebensrettende Rauchmelder an der Decke montiert waren, kann man im ausgebrannten Dachgeschoss nicht mehr erkennen.
„Wenn Kinder sterben, ist es immer besonders tragisch“
„Wenn Kinder bei Bränden sterben, ist es immer besonders tragisch“, bedauert Frank Breitgraf, Leiter des vorbeugenden Brandschutzes, die Katastrophe.
In Solingen gehen seine Beamten in Kindergärten und bringen dort den Kleinsten spielerisch bei, wie sie sich bei einem Brand verhalten sollen. Grelle, auffällige Aufkleber, so genannte Kinderfinder, wie sie bereits in vielen Städten verbreitet sind und gerade bei uns eingeführt werden, stehen dabei am Ende einer langen Hilfskette.
Breitgraf erklärt, warum sich ein Kind eher versteckt als im Brandfall wegrennt. „Sehe ich den Rauch nicht, sieht er mich auch nicht“, schlussfolgere es angesichts einer verqualmten Wohnung.“ Ergebnis: Ein ungeschultes Kind wird sich im Kleiderschrank oder unter dem Bett verstecken und damit für die Retter schwer auffindbar sein. Ein Kind mit Brandschutzerziehung wird wohl anders reagieren.
Es hat gelernt, sich zu melden. Feuerwehrleute in martialisch aussehenden Atemmasken machen so einem Kind keine Angst mehr. Und jetzt kommt der Aufkleber ins Spiel.
Der ist tief unten an der Zimmertür angebracht, da Wehrmänner in einer brennenden Wohnung kriechen würden. Dank dem Aufkleber wissen sie, wo ein Kinderzimmer ist und rufen den Namen des Kindes. Der steht auf dem Aufkleber. Ein geübtes Kind wird antworten, wenn es seinen Namen hört.
Feuerwehr und der Verein 112 haben den Aufkleber zusammen mit dem Spar- und Bauverein herausgegeben und verteilen ihn bald. Die Agentur Ludewigs gestaltete ihn und ein sechssprachigen Informationsblatt. Infos: Frank Breitgraf, Telefon 2 20 21 30.