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19.06.2012 11:34
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Verhafteter Salafist ein Computerspezialist

Suchte er nur kurzfristig Unterschlupf – oder steckt doch viel mehr dahinter? Das fragen sich die Ermittlungsbehörden, die am Donnerstag bei der Durchsuchung des Moschee-Vereins Millatu Ibrahim an der Konrad-Adenauer-Straße auf den mit internationalem Haftbefehl gesuchten Engländer stießen und ihn festnahmen (ST berichtete). Der britische Haftbefehl ist wegen des Verdachtes der Geldwäsche und des Betruges ausgestellt. Gestern bestätigte das Bundesinnenministerium eine Anfrage zur Identität des Engländers, der nach ST-Recherchen somalische Wurzeln hat: Es handelt sich um Anas Mohamed A. (28), einem studierten Computerspezialisten aus dem englischen Nottingham, der nicht nur diverse eigene Webseiten ins Internet gestellt hat, sondern nach ST-Recherchen auch rege Kontakte in den Sudan und nach Ägypten unterhalten hat. Er wird in Großbritannien den Salafisten zugerechnet, war aber bislang weder als radikal oder gar als gewalttätig aufgefallen.

Auch bestätigte gestern das Ministerium eine ST-Anfrage, nachdem erst vor wenigen Tagen die Frau des 2010 zu zwölfeinhalb Jahren Haft verurteilten Terroristen Fritz Gelowiecz aus der berüchtigten Sauerlandgruppe in der Solinger Moschee war. Filiz Gelowicz (30) war wegen Beihilfe zur Planung von Terroranschlägen zu einer Haftstrafe zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, wurde aber am 24. April dieses Jahres wegen guter Führung vorzeitig unter Auflagen aus dem Schwäbisch Gmünder Gefängnis entlassen – auf Bewährung. Nach ST-Recherchen hatte die 30-jährige Ulmerin sogar geplant, nach Solingen umzuziehen. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums gestern dazu: „Auch wir haben solche Hinweise. Aber wenn sie tatsächlich vor einigen Tagen in Solingen war, dann hat sie gegen Bewährungsauflagen verstoßen.“ hpm