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07.07.2012 09:28
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Toleranz auf der „Argay Noah“

Von Gina Käding

„Liebe zum Detail und jede Menge Enthusiasmus, das hat uns damals zum Sieg geführt“, erinnert sich Kristof Kronenberg Zeidler an den Kölner Christopher Street Day (CSD) im letzten Jahr. Bei der deutschlandweiten Demonstrationsveranstaltung der Lesben und Schwulen holte seine Solinger Truppe 2011 mit ihrem Wagen den Titel „Bester Paradewagen“ aus 120 teilnehmenden Fahr- und Fußgruppen. Kronenberg Zeidler: „Auch dieses Jahr hängen wir uns wieder rein, aber wir müssen nicht unbedingt gewinnen. Es geht uns um den Spaß an der Sache.“

In diesem Jahr ist der Teilnehmerkreis auf 30 Leute gewachsen. Sogar Gäste aus den USA sind dabei. Kronenberg Zeidler selbst ist nicht homosexuell: „Wir sind eine bunt gemischte Truppe mit zahlreichen sexuellen Ausrichtungen. Will man mehr Toleranz in der Gesellschaft fordern, dann darf der Christopher Street Day nicht nur eine Veranstaltung für Lesben und Schwule sein.“

CHRISTOPHER STREET TERMIN Die Parade des Kölner Christopher Street Day startet am morgigen Sonntag, 8. Juli, um 12 Uhr an der Deutzer Brücke. WEGSTRECKE Der Umzug geht über den Neumarkt und endet nach ungefähr fünf Stunden an der Komödienstraße.

„Auf dem Weg
nach Toleranzia“

Die Solinger gehen in diesem Jahr mit ihrer „Argay Noah“ an den Start (gay (engl.) = homosexuell). Ihr Motto lautet: „Wir retten von jeder Minderheit ein Paar, auf dem Weg nach Toleranzia.“ Die Mitfahrer werden in Tierkostümen auf dem Wagen stehen, etwa als „Gayraffen“ oder „Transen Schimpansen“.

An dem Konzept für Dekoration und Musik arbeitet der harte Kern der Gruppe schon seit Monaten, doch am Wochenende vor dem Christoper Street Day muss dann alles ganz schnell gehen. Nur der Freitag und Samstag bleiben ihnen, um das Ganze umzusetzen, schätzungsweise etwa 15 Stunden Arbeit. Kronenberg Zeidler: „Die Parade am Sonntag geht um 12 Uhr los. Wir werden fünf Stunden unterwegs sein.“

Doch spielt in der modernen Gesellschaft Intoleranz gegenüber Homosexuellen tatsächlich noch so eine große Rolle? Guido Buß ist ebenfalls Teil des „harten Kerns“ der Gruppe: „Wenn ich mich in meinem Alltag und unter meinen Freunden bewege, fühle ich mich frei. Aber wenn man nachts in größeren Städten unterwegs ist, kommt man immer wieder in brenzlige Situationen.“

Auch Kronenberg Zeidler hat Erfahrungen mit Schwulenhass gemacht: „Als ich auf dem letzten Christopher Street Day mit hohen Schuhen durch die Straßen lief, wurde ich übel beschimpft. Da war mir klar, dass wir uns auch in diesem Jahr wieder engagieren müssen.“