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11.04.2012 09:41
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Tierische Meute wuselt im Seniorenhaus

Von Melissa Wienzek und Philipp Rohn

Als der Aufzug aufgeht, stürmen 24 Pfoten auf die Station 1 des Elisabeth-Roock-Hauses in Höhscheid. Die sechs Hunde wissen genau, wo es langgeht. Die Bewohner der „Gruppe Land“ warten im Eingangsbereich schon sehnsüchtig auf die wilde Meute. „Na, ihr Mäuse“, ruft ein älterer Bewohner im Rollstuhl und hat sich sofort in den kleinen Chihuahua-Mix „Pedro“ verliebt. Dieser klettert flugs auf den Rolli, um an das Leckerchen zu kommen. „Du bist der Schönste, kleines Prinzchen!“

Während die lebhafte Australian-Terrier-Dame „Motte“ schon an der Osterdeko knabbert und irgendein Vierbeiner ein kleines Malheur auf dem Fußboden hinterlassen hat, gibt es einen Freudenschrei aus der Ecke: „Ich habe noch nie einen Hund gefüttert“, sagt eine alte Dame und hält der 13-jährigen „Turbo“ ein Leckerchen hin.

Einmal im Monat kommen Rita von Itter und ihre ehrenamtlichen Helferinnen Brunhilde Kranen, Barbara Geiger, Renate Wittmann und Regine Eckertz von Tiere in Not Solingen mit ihrer Rasselbande vorbei. Meistens bringen sie Hunde mit. Es waren aber auch schon mal Igel oder Ziegen dabei. „Aber bereits in der Empfangshalle kam’s von der Kehrseite“, erzählt Regine Eckertz, die mit Tiere in Not zusammenarbeitet. Barbara Geiger kommt für den monatlichen Besuch im Roock-Haus eigens mit den Vierbeinern von Waldbröl angereist.

Elisabeth-Roock-Haus
arbeitet „stark biografisch“

Eigentlich sollte auch die Saatkrähe „Findus“ das tierische Team an diesem Tag unterstützen. „Sie konnte nicht; sie schämt sich“, erzählt Eckertz. „Sie hat nämlich keine Schwanzfedern mehr.“

Seit vier Jahren fegen die kleinen Wirbelwinde durch das Seniorenheim. Tiefe Freundschaften sind entstanden. Besonders am Bett. Denn Motte und Co. legen sich bereitwillig den bettlägerigen Bewohnern in den Arm und kuscheln. Inge Preuss (79) hatte früher vier Hunde, ihr Mann war Jäger. Fotos an der Zimmerwand zeugen davon. Als die erst einjährige Motte zu ihr ins Bett gehoben wird, strahlt Inge Preuss über beide Ohren. Anneliese Scheld (89) im Zimmer gegenüber kann es kaum fassen: „Ach, ist das ein liebes Hundchen.“

Christiane Zündorf, Leiterin des Elisabeth-Roock-Hauses, ist begeistert vom Projekt „Tierischer Besuch im Seniorenheim“. „Einige von unseren Bewohnern haben einen Bezug zu Tieren. Da wir stark biografisch arbeiten, fanden wir die Idee sehr nett.“ Viele Ältere hätten gar nicht mehr die Möglichkeit, zu knuddeln. Und vor allem bettlägerige Senioren bekämen durch den „Besucher auf vier Pfoten“ neue Reize vermittelt. Auch Alltagsbegleiterin Elke Jansen-Bullmahn bestätigt eine positive Wirkung der Tiere: „Die Bewohner blühen regelrecht auf. Das ist immer sehr schön zu beobachten.“

» Guten Morgen Seite 13

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