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27.01.2012 10:11
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Tiefe Betroffenheit nach tödlichem Unfall

Von Hans-Peter Meurer
und Sonja Kuhl

Ein 14-jähriger Schüler ist gestern Morgen bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Er wurde auf der Oberen Hildener Straße von einem Auto erfasst, als er die Fahrbahn überqueren wollte. Der Junge ist der erste Verkehrstote in diesem Jahr in Solingen.

Der Schüler der Friedrich-Albert-Lange-Schule in Wald wohnt in der Nähe des Unfallortes und fährt morgens regelmäßig mit dem Bus zum Unterricht. Das hatte er auch gestern Morgen vor. Kurz vor acht Uhr war er auf dem Weg zur Bushaltestelle „Rennpatt“. Sie liegt an der Bahnstraße und ist nur einen Steinwurf von der vielbefahrenen Kreuzung Obere Hildener Straße/Bahnstraße/Kottendorfer Straße/Kasparstraße entfernt.

Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei und nach ersten Zeugenvernehmungen muss der Junge den Kreuzungsbereich dann trotz Fußgänger-Rot der Signalanlage überquert haben: aus Richtung Kottendorfer Straße zur Bahnstraße.

Zeitgleich befuhr eine Solingerin (29) mit ihrem Opel – aus Richtung Hilden kommend – die Obere Hildener Straße und wollte weiter durch die Bahnunterführung in Richtung Wald. Die 29-Jährige soll Grün gehabt haben. So berichten die Zeugen.

Opel-Fahrerin konnte durch Auto verdeckten Jungen nicht sehen

Fatal: Der 14-Jährige wurde, als er die Fahrbahn betrat, von einem auf der Linksabbiegespur der Oberen Hildener Straße wartenden Pkw verdeckt. Folge: Als der Junge „plötzlich und unvermittelt“ – so die Polizei – auf den Geradeausfahrstreifen trat, wurde er vom Opel erfasst, zunächst auf die Haube, dann über das Dach hinweg auf die Fahrbahn geschleudert. Dabei zog sich der Schüler schwerste Kopfverletzungen zu.

Obwohl Passanten sofort dem lebensgefährlich verletzten Jungen Erste Hilfe leisteten und auch rasch ein Notarzt-Team eintraf, war jede Hilfe vergebens: Der Junge erlag kurz darauf seinen schweren Verletzungen im Städtischen Klinikum.

Die Polizei stellte den Unfallwagen sicher und schaltete zur Unfallaufnahme einen Kfz-Sachverständigen ein.

Obwohl festzustehen scheint, dass der Junge bei Fußgänger-Rot die Fahrbahn an dem Überweg überquerte, könnte auch die Opel-Fahrerin Mitschuld tragen: Zeugen berichteten, dass die 29-Jährige „auffallend schnell“ unterwegs gewesen sei.

Auch darum sucht die Polizei jetzt noch weitere Zeugen, die den Unfall gesehen haben. Sie sollen sich mit dem Verkehrskommissariat in Solingen, (02 02) 2 84-0, in Verbindung setzen.

Überall tiefe Betroffenheit
und Mitgefühl für Angehörige

Die Eltern und der ältere Bruder des Jungen wurden nach dem Unfall seelsorgerisch betreut. Trauer, tiefe Betroffenheit und Fassungslosigkeit herrschte an der Schule des Jungen, als sich am frühen Nachmittag die schlimme Nachricht wie ein Lauffeuer herumgesprochen hatte. Ein Mitschüler (15): „Tobi war ein toller Kerl, auf den man sich stets verlassen konnte.“ Auch auf den Tageblatt-Seiten im Internet und bei Facebook meldeten sich mehr als 100 Menschen, fast alle um ihre Trauer und ihr Mitgefühl auszudrücken.