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06.08.2011 10:29
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Moscheen und Islamische Strömungen

DITIB MERKEZ , Kasernenstraße. Ditib bedeutet Diyanet Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religionen. Der Verein wurde 1989 gegründet und zählt ca. 200 Mitglieder. Der Dachverband hat seinen Sitz in Köln. Die Imame werden in der Türkei ausgebildet und bleiben jeweils ein paar Jahre. Derzeit ist Ilhan Can der hauptamtliche Imam. Auch er konnte nur wenig Deutsch, als er nach Solingen kam. Die Ditib Merkez ist Mitglied im Christlich-Islamischen Dialog. Sie hat viele Kooperationspartner. Der Vorstand ist mit Männern und Frauen besetzt. Es gibt keinen Kopftuchzwang.

DITIB WALD , Heukämpchenstraße. Die Walder Gemeinde wurde 1989 gegründet und hat etwa 180 Mitglieder. Sie sind gut verdrahtet in Wald. Sie gehören dem Christlich-Islamischen Dialog an. Es gilt Ähnliches wie bei der Ditib in Mitte.

Islamisches Zentrum, „Al-Nur-Moschee“ , Florastraße. Zuerst war der Verein im alten Bahnhof untergebracht. 2006 konnten die Moschee-Räume bezogen werden. In der Moschee treffen sich Menschen aus den arabischsprachigen Ländern. Eines der Mitglieder war 1980 Mitbegründer des Christlich-Islamischen Gesprächskreises von Solingen. Der Verein ist dort assoziiertes Mitglied. Die beiden Solinger, die zum Islam konvertiert sind, bekamen dort vor über einem Jahr Hausverbot. Vor ein paar Jahren ist dort der Salafisten-Prediger Pierre Vogel aufgetreten, auch andere Salafisten-Prediger wirkten in den Räumen in der Vergangenheit heimlich. Der Vorstand des Vereins distanziert sich davon und verändert Strukturen so, dass dies nicht mehr möglich ist. Die Jugendarbeit soll verstärkt und kontrolliert werden.

Milli Görüs (IGMG) , Van-Meenen-Straße. Der Moscheeverein wurde 1991 gegründet und hat in Solingen etwa 300 Mitglieder. Vereinsmitglieder sind gesellschaftlich engagiert, im Christlich-Islamischen Dialog oder im Türkischen Elternverein. Der Verein ist nicht Mitglied des Christlich-Islamischen Gesprächskreises, erhält aber immer die Einladungen. Milli Görüs wird nach wie vor vom Verfassungsschutz NRW beobachtet. Es werden Tendenzen gesehen, dass sich Funktionäre von den radikalen Ideen des Gründers Necmettin Erkaban abwenden. Und sich mit ihrer Religion in unsere demokratische Gesellschaftsordnung einbinden.

Islamischer Kulturverein (Gemeinden des VIKZ) , Konrad-Adenauer-Straße und Querstraße in Ohligs. Die beiden Gemeinden werden zum Christlich-Islamischen Gesprächskreis eingeladen. Es gibt aber nur wenige Kontakte. Der Christlich-Islamische Gesprächskreis folgt Einladungen zu Veranstaltungen der Gemeinden. 2008 wurden vor allem in Köln Stimmen laut, die VIKZ vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Weder Polizei noch Verfassungsschutz befürworten das aber bisher.

Moschee-Gemeinde Mangenberger Straße Kleine Gruppe, in der sich ein paar Familien engagieren. Die Gemeinde ist mystisch orientiert, steht dem Sufismus nahe. Bekannt ist der Sufismus vor allem durch die weißgekleideten tanzenden Derwische, die sich im Gebet immer um die eigene Achse in Trance drehen.

Türkisches Zentrum für Kultur und Bildung , Weyerstraße. Dem Verein wird die Nähe zu den türkischen Ultra-Nationalisten – den Grauen Wölfen – nachgesagt. Entsprechende Symbole wurden in den Räumen gesehen. Es gibt Moschee-Räume, aber keine Anbindung zum Christlich-Islamischen Gesprächskreis.

Deutsch-Islamisches Zentrum , Konrad-Adenauer-Straße. Die Gemeinde ist in Solingen offiziell nicht bekannt. Die beiden in England festgenommenen konvertierten Solinger haben dort verkehrt. Polizei und Verfassungsschutz halten ein Auge darauf. Dort finden Veranstaltungen der sogenannten Salafisten statt. Bekannte Prediger: Pierre Vogel oder Abu Nagir („Die Wahre Religion“) aus Bonn.