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Hofgarten kurz vor dem Baustart
Von Stefan M. Kob Ist das nun endlich der Durchbruch für den Hofgarten? Seit einigen Wochen brummt es in der Stadt wie in einem Bienenstock, was die Zukunft des fast schon totgesagten Einkaufszentrums am Neumarkt angeht. Nach Informationen des ST ist nunmehr mit „MAB Development“ ein potenter Investor in das Projekt eingestiegen, dem man zutraut, „den Karren aus dem Dreck zu ziehen“, wie es in informierten Kreisen formuliert wird.
ist eine Tochter der Rabo Real Estate Group, der Immobilien-sparte der niederländischen Rabobank. Die Rabobank gehört zu den bedeutendsten Banken in Europa und ist nach eigener Aussage das weltweit einzige Institut im privaten Sektor mit einem Triple A der führenden Ratingagenturen dem höchsten Rang im Bereich Finanzwirtschaft. Das Immobilienportfolio beträgt ca. 7,6 Mrd. Euro. Kommerzielle Fläche: 4,7 Mio. Quadratmeter, Einzelhandelsfläche: 1,3 Mio. Quadratmeter. MAB und Sonae wollen das Projekt gemeinsam stemmen Für das 2009 fertig gestellte Projekt „MyZeil“ (siehe auch Bericht unten) erhielt MAB den „Arbeitsplatzinvestoren-Preis“ in der Kategorie „Jobmotor“: 900 Arbeitsplätze in über 90 Geschäften waren dem „Wirtschaftsclub Rhein-Main“ und der Bundesagentur für Arbeit diese Verleihung wert. Ein Jahr zuvor hatte der Immobilienentwickler von der ICSC, dem weltweiten Verband der Einkaufscenter-Branche, den Preis für die beste öffentlich-private Zusammenarbeit erhalten. „Wir sehen Zusammenarbeit als eine langfristige Partnerschaft“, heißt es auf der Internetseite von MAB Development – ein Anspruch, den die Verantwortlichen in Solingen nur allzu gerne erfüllt sähen. Als Tochter der niederländischen Rabobank hat MAB Development Zugang zu großen nationalen und internationalen Finanznetzwerken. Daher traut die Stadt MAB zu, den Kraftakt von 120 Millionen Euro zu stemmen, mit denen der Hofgarten projektiert ist. Mit diesem Volumen hatten sich die bisherigen Hofgarten-Investoren, die HLG Münster und der portugiesische Projektentwickler Sonae Sierra, offenbar schwer getan. Der mehrfach schon angekündigte Abriss des leerstehenden Karstadt- und Turmhotel-Komplexes wurde immer wieder verschoben. Nach den ursprünglichen Plänen hätte bereits im vergangenen Herbst die Eröffnung des Hofgartens erfolgen sollen – doch nicht zuletzt die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise machte durch diese Rechnung einen Strich. Allerdings war im Frühjahr 2010 auch der Einstieg von Sonae Sierra als Meilenstein dargestellt worden. Der Spezialist für Einkaufszentren ist Marktführer in Portugal und managt weltweit 59 Center, die einen Wert von rund 6,5 Mrd. Euro haben. Mit vollmundigen Ankündigungen („Wir wollen in Deutschland jedes Jahr ein neues Center eröffnen“) hatte Sonae-Deutschland-Chef Thomas Binder Hoffnungen geweckt, die letztlich unerfüllt blieben. Dennoch bleiben nach ST-Informationen die Portugiesen als Co-Investor mit im Hofgarten-Boot. Alles deutet darauf hin, dass HLG die Immobilie komplett an MAB und Sonae verkauft hat. Von einem Joint Venture zwischen den beiden Partnern ist die Rede. Für den Hofgarten soll offenbar extra eine „Solingen Shopping Center GmbH“ mit Sitz in Frankfurt gegründet werden. Grundlage bleiben die bisherigen Architekten-Entwürfe Dass mit dem Einstieg von MAB nun eine grundsätzliche Umplanung des Projekts verbunden sein könnte, ist eher unwahrscheinlich. Nach ST-Informationen wird sich das Projekt im Rahmen des bestehenden Bebauungsplans abspielen. Die bisherigen Entwürfe des Architektenbüros HPP gelten weiter als Grundlage. Im Innenleben könnte es dagegen sehr wohl zu erheblichen Veränderungen kommen, die in kleineren Teilbereichen – wie etwa den Zugängen zum Center – Auswirkungen aufs Baurecht haben könnten. Als Ladenfläche sind 13 000 Quadratmeter vorgesehen. Noch in diesem Sommer will MAB loslegen. Die Eröffnung ist für Ende 2013, Anfang 2014 geplant. Ob sich an den Verträgen mit möglichen Läden etwas ändert, ist noch ungewiss. Bisher war die Rede davon, dass Zehn-Jahres-Verträge mit Mietern wie C & A, Edeka, Esprit, s.Oliver, New Yorker und Tally Weijl unter Dach und Fach seien. HLG Münster hatte im vergangenen Jahr eine Vermietungsquote von 70 Prozent gemeldet. |
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