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08.06.2011 11:29
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Bei der Stadt gibt es Beratungsangebote

Erziehungs- und Familienberatung, Schulsozialdienst, Schulpsychologischer Dienst und Schwangeren(konflikt)beratung sind unter dem Dach der psychologischen Dienste der Stadt im Coppelstift an der Wupperstraße vereint. Auch zum Thema Hochbegabung gibt es hier Hilfe für Ratsuchende. „Manche Eltern haben ihr Kind bereits auf Hochbegabung testen lassen, wenn sie zu uns kommen“, weiß Athanassios Nastos, der stellvertretende Stadtdienstleiter. Andere kommen mit einer Vermutung.

Die speziellen Intelligenztests führt der Stadtdienst nicht durch, er kann aber geeignete Einrichtungen vermitteln, in denen die Hochbegabtentestung angeboten wird. Doch Nastos betont: „Es geht nicht nur darum, festzustellen: Mein Kind ist hochbegabt.“ Vielmehr sei eine psychosoziale Beratung wichtig. „Dabei gehen wir sehr individuell auf das Kind, die Familie und das Umfeld ein“, sagt Nastos.

Kinder müssen
Kind sein dürfen

Besonders bei sehr jungen Kindern sei eine Diagnose oft schwer zu stellen, da die Testverfahren auch darauf basieren, dass Kinder lesen und schreiben können. Gerade, wenn eine mögliche Hochbegabung noch nicht eindeutig festzustellen ist, plädiert Nastos für eine Beratung. „Es gibt Kinder, die spezielle Talente haben, die auch gefördert werden sollten“, sagt er und gibt gleichzeitig zu bedenken: „Aber Kinder müssen auch Kind sein dürfen.“ Daher empfiehlt der Psychologe, sie nicht zu früh auf etwas Bestimmtes zu fokussieren. Sonst drohe, dass sich bereits früh ein enormes Leistungsdenken einschleiche, das mit großem Druck auf dem Kind laste. Er rät: „Hochbegabung ist ein Thema, das man nicht unterschätzen sollte. Aber man sollte es auch nicht überschätzen.“

Dennoch könne es im Alltag zu Problemen kommen, etwa wenn das Kind in der Schulklasse von älteren Mitschülern gemobbt wird. Dies könne besonders dann vorkommen, wenn Klassen übersprungen werden. „Man darf nicht vergessen, dass man zwar Schulklassen, aber nicht die psychische Entwicklung überspringen kann“, verdeutlicht Nastos.

Wie sich eine mögliche Hochbegabung bei Kindern auswirkt, das ist sehr verschieden, weiß der Psychologe. „Manche tauchen in Tagträume ab – etwa in der Schule. Andere wollen Aufmerksamkeit und werden zu Störenfrieden“, schildert Nastos. Dies hänge immer von der Persönlichkeit des einzelnen Kindes ab und auch davon, wie Eltern und das Umfeld mit der Hochbegabung umgehen. Daher holt das Coppelstift neben dem Kind und seinen Eltern auch Lehrer oder Erzieher bei Bedarf ins Boot.

„Es geht in der Beratung um das individuelle Leben und wie alle mit der Situation zurechtkommen“, erklärt Nastos. cbi

Info und Anmeldung: Coppelstift – Psychologische Beratungsstelle, Schulpsychologischer Dienst,
Wupperstraße 80, 2 90-24 88.