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06.03.2012 10:24
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Bäderpolitik: Nur Geld für ein Familienbad „light“

Von Thomas Kraft

Die Zukunft soll also im Hallenbad Vogelsang liegen. Darauf hat sich die große Mehrheit der Politiker beim Bäder-Gipfel am Donnerstag verständigt. SPD, Grüne, BfS, DSW (früher Linkspartei) und FDP erteilten der Stadt den Auftrag, bis zum Sommer ein Sanierungs- und Ausbau-Szenario zu prüfen. Mit den Etatberatungen im Herbst muss der Stadtrat dann entscheiden, ob der Standort als das künftig einzige Familienbad in Solingen über die Sanierung hinaus attraktiviert werden kann. Das Bekenntnis zu diesem Bad bedeutet zugleich das endgültige Aus für die Birkerstraße. Den Umbau des dortigen Hallenbads favorisiert die CDU mit einem eigenen Vorschlag (siehe Bericht unten).

Der Plan

Der Vogelsang-Plan (5,1 Mio. Euro) ist ein zweistufiger.

Baustein I: Zwingend ist die Sanierung. Obwohl die Verwaltung nach der Jahrtausendwende schon mehrfach investiert hat – Kasse, Filteranlage, Lüftung, Decke, Sanitärbereich, Beckeneinläufe, Warmwasserbehälter – drückt noch immer ein Instandhaltungsstau. Die städtische Bädergesellschaft beziffert diesen mit rund 2,3 Millionen Euro.

Baustein II: In der Idealvorstellung peilt die politische Mehrheit zusätzlich einen Ausbau an. Dieser würde weitere 2,8 Millionen Euro verschlingen. Allein die gewünschte Rutsche kostet 480 000 Euro. Hinzu kommen die Ausdehnung der Aufenthaltszone auf die Fläche des jetzigen Kleinkindbeckens (150 000 Euro), der dadurch notwendige Ersatzbau eines neuen Planschbeckens samt Sonnendeck im Freien (1,2 Millionen Euro) sowie die Modernisierung des Foyers, der Gastronomie und des Personalbereichs sowie eine neue Terrasse. Allerdings gilt dieser zweite Baustein eher nur als Wunschvariante. Denn die finanzielle Notlage setzt der Stadt bei Investitionen enge Grenzen.

Finanzielle Möglichkeiten

„Es kann deshalb gut sein, dass es allein auf die Sanierung und damit auf den Erhalt des jetzigen Bades hinausläuft“, sagt Ernst Schneider, Geschäftsführer der städtischen Beteiligungsgesellschaft (BSG). Hartmut Lemmer, Präsident des Solinger Sportbundes (SSB) hat sich damit schon vorsorglich angefreundet. Er sieht in der 2,8 Millionen Euro teuren Erweiterung lediglich eine Option für „bessere Zeiten“. Die Bädergesellschaft hat in ihrem Wirtschaftsplan bisher rund eine Million Euro für die 2,3 Millionen Euro teure Grundsanierung vorgesehen. Der Rest muss über andere Effekte (energetische Einsparungen, Personal, höhere Einnahmen) beigetragen werden.

Verworfene Modelle

Folgende Modelle wurden aus Kostengründen direkt verworfen.

Großer Umbau (11,1 Mio. Euro): Dieser würde neben den obigen Modernisierungen zusätzlich ein 300 m² großes Saunahaus (1 Mio. Euro) sowie ein neues Badehaus (600 m²) mit Solebecken, Kneipp- und Dampfbad (4,1 Mio. Euro) bringen.

Kleiner Neubau (11,8 Mio. Euro): Dessen Angebot ist praktisch deckungsgleich mit dem Wunschplan der Politik (Baustein I und II), sieht aber eine komplett neue Raumaufteilung und damit den Abriss des jetzigen Objekts vor (300 000 Euro). Neben der Finanzfrage drückt bei dieser Variante womöglich auch ein Altlastenproblem. Der Untergrund des Geländes ist belastet.

Großer Neubau (16,5 Mio. Euro): Das Angebot entspricht dem des großen Umbaus, setzt aber ebenfalls eine neue Gebäudestruktur voraus. Aufgrund derselben Probleme wie beim kleinen Neubau gilt auch diese Variante als nicht umsetzbar.