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15.10.2010 09:32
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Taxi-Werbung sorgt für Wut

Am Hauptbahnhof in Ohligs könnte eitel Sonnenschein sein - der Umbau des Vorplatzes geht voran. Doch die Taxifahrer sind sauer. Schuld daran sind mehrere Werbeschilder der Taxi-Ruf

SO GEHT ES WEITER

MITTELINSEL Sie wird ab 18. Oktober auf der Bahnstraße gebaut. Stimmt die Witterung, sind für die Insel und die Erneuerung der Fahrbahndecke 25 Arbeitstage angesetzt. Die Stadt stuft die Verkehrsbehinderungen als gering ein. Keine Sperrungen.

KOSTEN Insgesamt kostet das Projekt, das im Frühjahr 2011 fertig sein soll, 6,47 Millionen Euro (Stadt: 2,85 Millionen Euro, Rest: Regionale-Fördermittel).

Zentrale. Gut sichtbar für den, der von den Gleisen die Treppen zur Unterführung nimmt. Darauf steht auch die Anschrift der Zentrale - Sauerbreystraße 2. Ein Pfeil neben den Worten „Aufzug und Treppe“ weist nach links. Doch der offizielle Taxihalteplatz ist vor dem Gebäude am Busbahnhof - rechts.

„Wer das sieht, denkt doch sofort, dass der offizielle Standort an der Sauerbreystraße ist“, wettert Fahrer Kurt Dreyer. „Die greifen uns ins Portemonnaie. Wir fühlen uns übervorteilt.“ Kollege Erdal Gürdere schimpft: „Das ist geschäftsschädigend. Das kann doch nicht wahr sein.“

Das Werbebanner hängt legal im Tunnel

Das Schild darf hängen. Das bestätigt Achim Weiser vom Ordnungsamt: „Das Unternehmen hat die Werbefläche legal gemietet und nutzt sie legal.“ Jeder, der so verfährt, könne dort werben. Achim Weiser kann den Zorn verstehen, er gibt aber auch zu bedenken: „Wenn ein Fahrgast zum Beispiel an Gleis 1 ankommt, wird er direkt zum Bahnhofsvorplatz rausgehen.“

Aber er betont auch: „Taxen dürfen nach den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung nur auf offiziell gekennzeichneten Taxistandplätzen bereitgehalten werden. Die gibt es an der Sauerbreystraße nicht.“ Das heißt im Klartext: Dort geparkte Taxen dürften nicht auf Kunden lauern. „Das kontrollieren wir.“

Das nimmt der betroffene Betrieb gelassen. „Die Schilder weisen ja nur auf die Zentrale hin. Die Kunden können in unserem Wartebereich auf ein Taxi warten“, sagt Mustafa Kafaoglu, Ehemann der Inhaberin Ilknur Kafaoglu. Sie erklärt, dass die Werbefläche bereits vor eineinhalb Jahren angemietet wurde, aber erst seit wenigen Tagen genutzt wird. „Wir bieten jetzt nämlich einen 24-Stunden-Service an.“ Das Schild empfindet sie nicht als unfair. Man habe auch anderen Taxibetrieben eine Zusammenarbeit angeboten - das sei bislang abgelehnt worden.

Die Sachlage könnte sich ohnehin bald schon ändern. Denn Ilknur Kafaoglu sagt: „Wir wollen heute an der Sauerbreystraße einen offiziellen Standplatz beantragen.“

Die Fahrer ärgert noch mehr. „Früher hatten wir 22 Stellplätze, jetzt viel weniger“, sagt Kurt Dreyer. Er hofft, dass der Standort noch näher an den Bahnhofsvorplatz rückt: „Sogar in Provinzstädten ist das so.“ Doch Ursula Peters-Horlitz vom Technischen Betrieb Straßen und Grün sagt: „Es gibt neun Stellplätze, weitere sind nicht geplant.“ cd

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