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07.03.2012 11:05
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"Tafel" versorgt 1000 Alleinstehende und Familien

Von Susanne Koch

Um 14 Uhr beginnen die Ehrenamtlichen und die beiden Ein-Euro-Jobber ihren Dienst an der Ernst-Woltmann-Straße. Susanna Bakshieva sortiert Brot in die Körbe, gleichzeitig stellt Tatjana Arochovic Joghurts in die Kühltheke. Einen Raum weiter werden

SOLINGER TAFEL

VORTRAG Dr. Thomas Niehr, der Vorsitzende des Vereins, redet am Donnerstag, um 19 Uhr, über die Arbeit und Aufgaben der Solinger Tafel im Gemeindehaus der evangelischen Kirche Merscheid, Hofstraße 10.

ADRESSE TAFEL-LADEN Solinger Tafel, Ernst-Woltmann-Straße 4, 42655 Solingen.

ÖFFNUNGSZEITEN Montags bis freitags, jeweils von 15.30 bis 18 Uhr.

KONTAKT Telefon 2 24 40 61; niehr@solinger-tafel.de.

Äpfel, Bananen, Salate, Brokkoli, Gurken und Tomaten in bereitstehende Kisten gelegt. „Schauen Sie sich die Qualität an“, sagt Brigitte Funk, die Organisatorin des Tafel-Ladens. „So bekommen wir die Lebensmittel von den Märkten gespendet.“ Sie betont: „Das Obst und Gemüse sieht so gut aus, dass es ohne weiteres auch noch verkauft werden könnte.“

Auf Beschwerden von Kunden reagiert Brigitte Funk inzwischen allergisch. „Wir arbeiten alle ehrenamtlich und freiwillig“, sagt sie. „Und wir können nur das weitergeben, was wir auch haben. Wir geben gerne an die Menschen aus, die sich auch höflich verhalten.“ Deshalb gelten im Tafel-Laden neue Regeln. „Wer sich hier nicht benimmt, Dinge fordert, die wir nicht leisten können, oder sich lautstark beschwert, dem zeigen wir Grenzen.“ Zum Nachdenken gebe es beim ersten Mal ein Tafel-Verbot von einem Monat, bei Wiederholung würden die Personen von der Kundenliste gestrichen. Das bekam das Rentner-Ehepaar Wolfertz vergangenen Monat zu spüren. Eva Wolfertz verstand die Welt nicht mehr und rief weinend beim Tageblatt an, als ihr Mann vergangenen Monat mit leeren Händen vom Tafel-Laden nach Hause kam. Brigitte Funk erklärt: „Vor drei Jahren hat Herr Wolfertz uns unterstellt, dass wir verschimmelte Lebensmittel weitergegeben hätten, und er hat bei uns einen großen Aufstand gemacht. Daraufhin hat er von mir Hausverbot bekommen.“

Familien können sich zweimal
in der Woche versorgen

Knapp 1000 Familien versorgt die Solinger Tafel derzeit. „Natürlich kommen nicht alle Kunden an jedem Tag“, sagt die Tafel-Chefin. Der größte Betrieb herrsche immer am Ende eines Monats. Weil über die Jahre immer mehr Menschen die Unterstützung der Tafel in Anspruch nehmen, gleichzeitig aber weniger Lebensmittel gespendet würden, haben die ehrenamtlichen Helfer ein System entwickelt. Familien können sich zwei Mal in der Woche mit Lebensmitteln aus der Tafel versorgen. Alleinstehende dürfen sich einmal die Woche in die Warteschlange stellen.

Brigitte Funk freut sich über die ehrenamtliche Unterstützung. 60 Helfer kann sie einteilen: für die Lebensmittel-Touren und für den Dienst im Tafel-Laden.