AUSSTAND Am Mittwoch kein Busverkehr und keine Müllabfuhr. Auch Kindergärten und Klinikum werden bestreikt.
Von Hans-Peter Meurer, Jennifer Preuß und Fred Lothar Melchior
Der erste Warnstreik ist zwei Wochen her: Für Mittwoch rufen die Gewerkschaften nun erneut zu einem ganztägigen Ausstand im öffentlichen Dienst auf. Die Folgen: Die Busse der Stadtwerke bleiben in den Depots, Mülltonnen werden nicht geleert. Auch das Klinikum Solingen und städtische Kindertagesstätten werden bestreikt. „Wir gehen davon aus, dass noch mehr Kollegen streiken werden als am ersten Warnstreiktag“, kündigt Jürgen Krause an, Verdi-Geschäftsführer im Bezirk Rhein-Wupper.
Von 13 städtischen Kindertagesstätten wird eine geschlossen: die Kita Hasseldelle. In drei weiteren (Altenberger Weg, Böckerhof und Fuhr) werden Notgruppen organisiert. „Die Eltern wurden informiert und haben größtenteils Betreuungsalternativen organisiert“, sagt Stadtsprecher Lutz Peters. In der Kita Hasseldelle würden keine Kinder, in den anderen nur wenige erwartet.
Obwohl wegen des Streiks keine Busse fahren, findet der Schulunterricht wie geplant statt. Peters: „Wegen der längeren Vorlaufzeiten kann erwartet werden, dass bei Bedarf Alternativen organisiert werden. Bleiben die Kinder zuhause, müssen sie entschuldigt werden.“ Die IHK warnte bereits am Dienstag, dass der „Wahnstreik“ nicht als Ausrede taugt: Teil 1 der IHK-Abschlussprüfungen finde wie geplant statt.
Leerung der Restmülltonnen verschiebt sich um einen Tag
Das Sportbad Klingenhalle und das Hallenbad Vogelsang bleiben ganztätig geschlossen, auch das Schulschwimmen fällt aus. Der Schulsport in der Sporthalle Klingenhalle findet statt, der Vereinssport muss ausfallen.
Die Leerung der Restmülltonnen werde sich um einen Tag verschieben, teilen die Entsorgungsbetriebe mit: von Mittwoch auf Donnerstag, von Donnerstag auf Freitag, von Freitag auf Samstag. Zu Beratungsengpässen kann es in der Agentur für Arbeit kommen, auch das städtische Jobcenter werde vom Streik betroffen sein, kündigt Verdi-Mann Krause an.
Zum Warnstreik aufgerufen werden auch die SWS-Mitarbeiter des Bereichs Versorgung. Strom, Gas und Wasser werde es trotzdem geben, betont Sprecherin Kerstin Griese. Der Entstördienst für Strom (Telefon 2 95-29 00) und Gas (Telefon 2 95-28 00) sei jederzeit erreichbar. Das Telefon ist laut Griese auch die beste Wahl, wenn es um den Kontakt mit dem Kunden-Center an der Beethovenstraße geht (Telefon 08 00/2 34 53 44, 8 bis 20 Uhr). Es soll auch bestreikt werden.
Im Städtischen Klinikum seien der technische Bereich und der Service vom Streik betroffen, erklärt Geschäftsführer Hermann-Josef Bökmann. „Das hat uns der Betriebsrat mitgeteilt. Es ist aber sichergestellt, dass in der Technik ein Notfalldienst vorhanden ist.“ Die Auslieferung von Mittagessen soll am Mittwoch nicht beeinträchtigt sein. Die Pflegedienste und die OP-Bereiche seien nicht vom Streik betroffen.
Einen Grund, sich über den Streik zu freuen, haben die Solinger Taxifahrer. „An solchen Tagen machen wir den doppelten Umsatz“, sagt Stefan Pauseback aus dem Vorstand der Taxizentrale. Besonders groß sei die Nachfrage im Berufsverkehr zwischen sieben und zehn Uhr. Pauseback erwartet über den ganzen Tag hinweg doppelt bis dreimal so viele Fahrgäste wie an normalen Werktagen. Zudem gebe es deutlich mehr Vorbestellungen. Daher werden alle 56 Fahrzeuge der Taxizentrale im Einsatz sein.