SCHUL-SCHLIESSUNGEN Stopp im Rat lässt Arbeit der Verwaltung von vorne beginnen.
Von Simone Theyßen-Speich
Eigentlich schien alles ausgemachte Sache zu sein. In mühevoller Kleinarbeit hatte man bei der Schulverwaltung Schülerzahlen analysiert und hochgerechnet, um zu ermitteln, wie viele Schüler in den nächsten Jahren die Solinger Schulen besuchen und wie viel Schulraum sie beanspruchen werden. Schon vor mehr als einem Jahr - lange bevor die große Sparliste bei der Stadt erstellt wurde - legte die städtische Arbeitsgruppe „FriSch“ (Flächenreduzierung in Schulen) ihre Ergebnisse vor.
Die waren eindeutig. Weil die Anmeldezahlen an den Hauptschulen zurückgehen und aufgrund des demographischen Wandels insgesamt weniger Kinder die Schulen durchlaufen, sollte eine Schule schließen. „Die Wahl fiel auf die Hauptschule Krahenhöhe“, erinnert sich Udo Depping, Leiter des Stadtdienstes Schule. Die Diskussion um die Schließung der Hauptschule Ohligs sei erst später aufgekommen. „Weil sich in Ohligs nur sieben Kinder für das neue Schuljahr angemeldet hatten, war klar, dass dort keine Eingangsklasse gebildet werden kann.“
Der Verwaltungs-Vorschlag, die Hauptschule Ohligs im Sommer 2013 und die Schule Krahenhöhe im Sommer 2014 zu schließen, wurde bei der letzten Ratssitzung jedoch vorerst gestoppt. Mit den Stimmen von SPD, Grünen, BfS und Linkspartei wurde die Schließung verhindert. „Es soll zwar die Schule, nicht aber das Gebäude aufgegeben werden“, präzisiert Depping. Das sei aber Voraussetzung, um tatsächlich Geld zu sparen.
Politik wünscht sich mehr Informationen
Für den Schulausschuss-Vorsitzenden Markus Preuß (BfS) gibt es noch zu wenig Informationen. „Wenn ein Gebäude erst mal geschlossen ist, ist es zu spät“, so seine Bedenken. Preuß würde sich wünschen, den Schulraum für mehr Inklusion (Integration behinderter Kinder) oder kleinere Klassen zu nutzen. Die Informationen über Schulraumbedarf soll die „FriSch“-Gruppe, Vertreter aus Schulverwaltung und Gebäudemanagement, jetzt neu liefern. „Es ist halt das Schicksal der Verwaltung, immer wieder neu zu beginnen“, so Depping. Andererseits sei Schulentwicklung aber auch ein ständiger Prozess.
Schwerpunktmäßig wolle man, etwa bei den Grundschulen, zunächst bei den Dependancen kürzen, so bei den Gebäuden Wittkuller Straße (Schule Gottlieb-Heinrich-Straße), Fürker Irlen (Schule Erholungstraße) oder Lützowstraße (Schule Yorckstraße). Ganze Schulen zu schließen, das sei immer schwierig. Es sei denn, Schulen befänden sich, wie die Hauptschule Ohligs, im Prozess der Selbstauflösung.