OBENRÜDEN Eins der Tiere ist tot, andere sind in Obhut.
Nachdem das ST gestern über verwahrloste Schafe auf einem vermüllten Grundstück in Obenrüden berichtete, meldete die Stadt gestern Mittag, dass eines der Tiere gestorben sei. Die anderen beiden lebenden Kamerun-Schafe wurden laut Stadt-Sprecherin Birgit Wenning vom Bergischen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt aus dem Areal befreit und zu einem Solinger Landwirt gebracht. Dort werden sie nun wieder aufgepäppelt.
Das Veterinäramt hat die Berechtigung, fremde Grundstücke zu betreten, wenn es einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz beobachtet. „Die Bedingungen auf dem Gelände waren sehr schlecht“, sagt Wenning. „Am Montagnachmittag, als das Veterinäramt dort war, gab es kein Futter. Wasser dagegen war bei der Wetterlage momentan kein Problem.“
Manfred Joest glaubt, der Tod des einen Tieres hätte vielleicht verhindert werden können. Bereits vor Weihnachten habe er beim Bergischen Veterinäramt angerufen. Er sei gebeten worden, seine Beobachtungen schriftlich einzureichen. „Das habe ich getan – per Fax am 29. oder 30. Dezember“, erzählt der Solinger. Das Fax ist der Stadt bekannt.
Stadt ermittelt noch den Besitzer
Darin spricht Joest von „vier Schafen“. „Wenn sich auf dem Grundstück noch eines befinden sollte, ist es noch nicht gefunden worden“, erklärt die Stadt-Sprecherin. Warum ist nicht schon früher etwas in dieser Tierschutz-Angelegenheit passiert? „Wir hatten in dieser Zeit einen heftigen Personalengpass. So etwas sollte natürlich nicht passieren“, erklärt Birgit Wenning. Der Grundstückseigentümer sei der Stadt bekannt, der Halter der Kamerun-Schafe werde noch ermittelt. Im Bereich Rüden gibt es mehrere Schafhalter, die durch diesen krassen Fall womöglich unvermittelt in Misskredit gebracht werden – was unter Umständen Existenz schädigend sein kann.
Was Manfred Joest erschüttert, ist, dass die Tiere quasi dahinvegetierten. „Es muss doch gewährleistet sein, dass man sein Tier artgerecht hält und Respekt vor der Kreatur hat.“ mw