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18.05.2010 10:55
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Staatsanwälte ermitteln gegen Klinikleitung

Die Wuppertaler Staatsanwaltschaft geht seit einigen Wochen dem Verdacht nach, dass es in der St. Lukas Klinik Abrechnungsbetrug gegeben haben könnte. Ein „sehr detailliertes, anonymes“ Schreiben habe das Verfahren ausgelöst, berichtete Oberstaatsanwalt Wolf-Tilman Baumert gestern. Offenbar stammt es von einem Klinik-Insider.

Ärzte warnten vor Unschärfen in Abrechnungsregeln

Bei den verdächtigen Fällen gehe es um die neurologische Behandlung von Patienten nach akuten Schlaganfällen, so Baumert. Diese so genannten Komplexbehandlungen seien bei den Kassen möglicherweise zu hoch abgerechnet worden. Komplexbehandlungen umfassen ein Bündel von ärztlichen und pflegerischen Maßnahmen, unter anderem auch detaillierte Falldokumentationen.

Die Staatsanwaltschaft nimmt den Verdacht so ernst, dass sie bereits am 6. Mai mit 31 Polizisten und drei Staatsanwälten die Klinik durchsuchte. 32 Patientenakten seien beschlagnahmt worden, erklärte Behördensprecher Baumert. Jetzt würden sie ausgewertet. Die St. Lukas Klinik GmbH zeige sich dabei ausgesprochen kooperativ. Sie habe nicht nur Computer-Software zur Verfügung gestellt, die zum Auswerten digitaler Akten nötig sei. Die Klinik sei auch bereit, einen Kripo-Beamten in das Programm einzuweisen.

Die Ermittlungen richten sich gegen Geschäftsführerin Ute Knoop und den im März ausgeschiedenen Kplus-Hauptgeschäftsführer Klaus-Peter Fiege. Dessen Abgang habe aber nichts mit dem Strafverfahren zu tun, betont die Klinik.

Seit 2006 betreiben die Ohligser eine „Stroke Unit“ mit fünf Betten für Schlaganfallpatienten unter der Leitung von Chefarzt Dr. Hans-Claus Leopold. Um die Abrechnungskriterien für Komplexbehandlungen in diesem Bereich hatte es Ende 2009 Diskussionen zwischen Ärzten und Kassen gegeben. Unscharf gefasste Regeln könnten zu „Meinungsunterschieden in der Interpretation“ und zu Abrechnungsfehlern führen, warnten die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie. ab