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12.05.2012 09:09
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Speisewagen an der Korkenziehertrasse

Von Uli Preuss

Es ist die wunderschöne Sicht ins weite, grüne Land, die aus dem Waggoncafé an der Fuhr ein kleines Paradies macht. Bald werden auf der kleinen Terrasse die ersten Stühle stehen. „Wir hoffen, bis Ende Juni fertig zu werden“, freut sich der Vorsitzende der Fuhrgemeinschaft, Michael Grützner. Das auch mit Geld der Regionale 2006 finanzierte Projekt, an dem Mitglieder der Siedlungsinitiative ebenso mitarbeiten wie Langzeitarbeitslose, Jugendliche und Handwerker, ist mit dem langen, dunklen Eisenbahnwaggon gerade eben auf die Zielgerade eingebogen. Die Küche im – von der Trasse aus gesehen – linken Teil des Waggons ist fertig, und im künftigen Gastraum werkelt Schreiner Achim Rosenblatt mit Wasserwaage und Akkuschrauber.

Zwei gastronomische Betriebe gibt es derzeit an der Trasse

Zwei stabile Holztreppen werden künftig in den kleinen Gastgarten führen. Noch fehlen die Stühle. Neue Fahrradständer signalisieren, wer künftig Gast sein könnte: Radfahrer, aber auch Wanderer, die die beliebte Korkenziehertrasse im Sommer von Gräfrath neuerdings über den neuen Abzweig bis nach Müngsten bevölkern können.

Und für diese gibt es derzeit nur wenige Möglichkeiten, bei der Wanderung oder auf der Radtour direkt am Wegesrand eine Erfrischungspause zu machen. Zwar lädt am Südpark neben dem Steinhaus-Restaurant das Café Stückgut und oder abends der „Portugiese“ ein, doch erst vier Kilometer weiter kommt der durstige Wanderer an die nächste Tränke. 80 Sitzplätze bietet das Restaurant „Zum Walder Bahnhof“ auf seiner Terrasse an. Seit April 2009 kämpft dort Wirt Heiko Dehnert gegen Verwaltung, Vermieter und die dunkle Trasse an. Denn bei ihm vor der Tür ist die Beleuchtungsinitiative von Ex-Miss-Zöpfchen Kim Armbrüster noch nicht angekommen. Und während vielleicht im nächsten Jahr auch dort die Laternen anspringen, gehen bei Dehnert mit dem letzten Septembertag die Herdplatten aus.

Der Koch kam vor mehr als drei Jahren aus Köln und war hochmotiviert. Viel wollte er machen, einiges hat er geschafft. Stammgäste mögen die gemütliche Gaststätte und finden es traurig, das der 46-Jährige die gepachteten Räume gekündigt hat. Schnitzel, Steaks, Reibekuchen mit Lachs – Dehnerts Speisekarte lockte bislang sogar Gäste von auswärts nach Wald. Der Pächter sagt es nicht, doch scheint es offensichtlich, dass mit dem Vermieter nicht alles so klappt. Viele Reparaturen seien nicht ausgeführt worden, sagen die Gäste.

Dass der Pächter auch mit der Stadt nicht klar kam, sagt er dagegen offen. Ein Grünstreifen, den er für 25 Euro im Jahr gepachtet hat, damit er Fahrradständer aufstellen darf, soll jetzt teurer werden. „Die Dame sprach von 75 Euro“, ärgert sich Dehnert. Dabei sei ihm das Einpflanzen von Sträuchern und das Abkippen von Muttererde untersagt worden, weil der Charakter der Trasse mit dem Verschwinden des Schotters nicht gewährleistet sei. „Dabei“, so der Wirt, „wollte ich es meinen Gästen doch nur ein wenig schön machen“.