INTERVIEW Sonja Starke gehört zu den beiden Architekten, die den Wettbewerb gewonnen haben. An der Hansastraße in Ohligs soll ein Planetarium entstehen.
ST: Solingen soll an der Hansastraße in Ohligs ein in seiner Art bislang einmaliges Planetarium bekommen. Der ehemalige Kugelgasbehälter soll dazu umgebaut werden. Sie haben mit Ihrem Büro den europaweit ausgeschriebenen Architektenwettbewerb gewonnen. Ihr Entwurf soll jetzt auch umgesetzt werden. Wie fühlen Sie sich?
Sonja Starke: Unser Büro will keine Produktionsmaschine für Allerweltsbauten sein. Wir haben bundesweit schon ein knappes Dutzend Architektenwettbewerbe gewonnen, denn wir haben uns gerade auf solche von Städten, Gemeinden und Ländern ausgeschriebenen Wettbewerbe konzentriert. Projekte in Berlin, München, Nürnberg gehören dazu. Insofern ist das eigentlich nichts Ungewöhnliches für uns. Aber speziell für mich ist dieses Projekt in Ohligs etwas ganz Besonderes: Denn ich bin in Solingen großgeworden, habe hier meine Schulzeit verbracht. Meine Eltern und meine Schwestern mit ihren Familien leben noch hier. Kurzum: Ich habe von Anfang an gespürt, dass ich eine gehörige Portion Stolz und vor allem Herzblut in dieses Projekt stecke.
ST: Sie haben sich gegen die Entwürfevon 170 Mitbewerbern durchgesetzt. Was glauben Sie, ist das Besondere an Ihrem Entwurf? Starke: Man gewinnt natürlich nicht immer bei einem solchen Architektenwettbewerb. So kam vor Jahren unser Entwurf zur Neugestaltung des Busbahnhofes in Solingen-Mitte nicht zum Zuge. Aber wir versuchen stets, unseren architektonischen Stil mit einem höchsten Maß an Funktionalität zu verbinden. Man sitzt dann vor Planentwürfen, experimentiert und probiert sehr viel aus – wie früher auf der Universität. Am Ende steht dann ein fertiger Entwurf. Bei diesem Projekt war aber alles ungleich schwerer: Denn so ein Planetarium wie das Solinger Galileum haben wir auch noch nicht geplant und gebaut. Es war um so mehr eine äußerst reizvolle Aufgabe. Uns scheint gelungen zu sein, einen siebenstöckigen Neubau mit Foyer, Ausstellungs- und Verwaltungs- und Büroräumen sowie einer Dachterrasse als Plattform für die Sternenbeobachtung als Solitär zum zweiten autark zu betrachtenden Solitär des Gaskessels zu bauen und beides durch geometrisch angelegte Rampen optisch und funktional ansprechend zu verbinden.
ST: Wie geht es jetzt weiter? Starke: Wir sind bereits an der Detailplanung, wobei das vorgegebene Budget von 3,5 Millionen Euro strikt eingehalten werden muss. Denn es geht schließlich auch um Fördergelder, die beantragt werden sollen. Bis zu 80 Prozent der Gesamtkosten von 4,5 Millionen Euro einschließlich der Planetariumstechnik und der Projektoren können aus dem Landesfördertopf „Initiative ergreifen“ bezuschusst werden. Wir haben darum jetzt ein Planungsteam, auch mit Experten zum Brandschutz und zur Haustechnik, aufgestellt, um den Qualifizierungsantrag beim Land zu stellen. Dieser Antrag sollte nach unserer Vorstellung spätestens im Frühjahr nächsten Jahres vorliegen. Eben damit der Auftraggeber, die Walter-Horn-Gesellschaft, und auch wir schnell Kostensicherheit bekommen. Dann werden wir auch umgehend den formalen Bauantrag bei der Stadt einreichen.
ST: Wann könnte das Galileum erstmals für Besucher öffnen? Starke: Wenn alles glatt läuft und die Finanzierung steht, dann wollen wir 2013 mit dem Bau beginnen und Mitte 2014 könnte Solingen um eine einzigartige Attraktion reicher sein. Dem fiebere ich richtig entgegen. Und ich hoffe, alle Solinger auch. hpm