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Solinger bleiben in U-Haft
Von Frank Uferkamp Erneut sind Deutsche, die zum Islam übergetreten sind, in den Fokus von Terrorfahndern geraten. Die Solinger Christian E. (28) und Robert B. (23) werden von britischen Sicherheitsbehörden festgehalten, weil bei ihnen Mitte Juli bei der Einreise in Dover radikal-islamistische Pamphlete und Anleitungen zum Bombenbau gefunden wurden.
Aus dem NRW-Innenministerium hieß es am Montag, beide seien den deutschen Behörden wohlbekannt. Nach Informationen unserer Zeitung sind beide vor allem wegen ihrer Verbindungen zur örtlichen Salafisten-Szene in den Fokus der Verfassungsschützer geraten. So haben beide nachweislich im Solinger „Deutsch-Islamischen Zentrum“ verkehrt.
Die islamische Richtung der Salafisten tritt etwa 'für die Einführung der islamischen Gerichtsbarkeit Scharia ein. Bund und Länder bereiten offenkundig ein Verbotsverfahren gegen salafistische Vereine vor. Bundesweit gibt es maximal 5000 Anhänger. immer wieder gibt es Berichte über Salafisten, die sich der Gewalt zuwenden, wie etwa Bünyamin E. aus Wuppertal. Er wurde 2010 in einem pakistanischen AI-Kaida-Lager von einer US-Drohne getötet.
Die britischen Behörden haben mittlerweile ein Rechtshilfegesuch an die Deutschen gestellt. „Dem sind wir nachgekommen“, sagte ein Sprecher der Wuppertaler Staatsanwaltschaft. Sie ist aus regionalen Gründen für die Solinger zuständig. Ein eigenes Ermittlungsverfahren hatte es in Deutschland gegen Christian E. und Robert B. zuvor nicht gegeben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Über die Art der Auskünfte wollte er keine Auskünfte geben. Doch dass es bei einem solchen Austausch um Geheiminformationen geht, liegt auf der Hand. „Im Phänomenbereich des islamistischen Terrorismus erfolgt in Fällen mit Auslandsbezug natürlich auch ein enger Erkenntnisaustausch mit den ausländischen Partnern.“, heißt es in einer Stellungnahme des Bundesamts für Verfassungsschutz gegenüber unserer Zeitung.
NRW gilt bundesweit als eines der Rekrutierungsfelder für radikale Islamisten. Immer wieder gab es Festnahmen und Durchsuchungen in der Region – etwa im Ruhrgebiet, aber auch in Düsseldorf. Rund 140 gewaltbereite Islamisten leben derzeit in Deutschland, ist aus Sicherheitskreisen zu hören. Mehr als 30 davon sollen sich in NRW aufhalten. Das sind allerdings die bereits Erkannten. Sie werden überwacht, tauchen sie ab, schrillen die Alarmglocken. Wie groß die Dunkelziffer ist, vermag niemand zu sagen. Wie relevant die Vorwürfe gegen die beiden Solinger Konvertiten sind, wird sich Ende des Monats herausstellen. Bis dahin bleiben sie in Untersuchungshaft, berichtet die BBC. Betreut werden sie unterdessen vom deutschen Konsulat. |
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