ÖKO+ GMBH Alleingang der Stadt bei erneuerbaren Energien. Bürger können einsteigen.
Der Graben zwischen Solingen und der MVV Energie AG wird tiefer: Bei den erneuerbaren Energien gebe es keine Gemeinsamkeit mit dem Anteilseigner der Stadtwerke, sagte gestern Oberbürgermeister Norbert Feith. „Wir machen uns unabhängig. Die Energiewende in Solingen kann nicht auf MVV warten.“ Zu hoch seien die Renditeerwartungen der Mannheimer, zu starr die einheitlichen Konzernvorgaben.
Deshalb startet die Stadtverwaltung einen Alleingang: Unter dem Dach der Beteiligungsgesellschaft BSG soll die Firma „Öko+“ entstehen. Sie wird sich an Projekten beteiligen, die sich um erneuerbare Energien drehen, und auch selbst derartige Projekte durchführen – in Solingen wie im Bundesgebiet.
Zwei Chancen, sich an Windparks zu beteiligen, habe man bereits verpasst, erläuterte BSG-Geschäftsführer Ernst Schneider. Er soll die neue GmbH leiten – zusammen mit Peter Sossna, dem Geschäftsführer der Stadtwerke-Tochter enserva. Projekte zu beschaffen sei „gar nicht so leicht“.
Das Geld, um sich in Windparks einzukaufen oder Solaranlagen und Blockheizkraftwerke zu bauen, soll aus drei Quellen kommen: Bis zu zehn Millionen Euro wird die BSG ihrer neuen Tochter zur Verfügung stellen. Außerdem will man bei Bedarf Kredite aufnehmen und nicht zuletzt die Solinger beteiligen: Als Stadtwerke-Kunden können sie Sparbriefe der Stadt-Sparkasse erwerben, die jeweils an ein konkretes Vorhaben gebunden sind. Das können auch Projekte aus dem Klimaschutz-Konzept der Stadt sein. Feith: „Solinger Geld für Solinger Strom.“
Stadtwerke-Kunden können SSS-Sparbriefe kaufen
Durch die Öko+-Sparbriefe soll zunächst rund eine Million Euro zusammenkommen. Der Zins werde etwas über Marktniveau liegen, erklärte Schneider. Die Sparkasse reicht das Geld als Darlehen an die Öko+ GmbH weiter. Außer den Bürgern sollen auch die nicht ausgelastete enserva GmbH (sie erhält einen Dienstleistungsvertrag) und die Beteiligungsgesellschaft profitieren – ihre Wirtschaftlichkeit werde verbessert. Für die Stadtwerke soll es einen Imagegewinn geben.
Der Zeitplan für „Öko+“ sieht vor, dass die Gründung im Beteiligungsausschuss (am 28. Juni) und im Rat (5. Juli) beschlossen wird. Im Herbst soll es dann um erste Projekte gehen. „Ich will keine Zeit verlieren“, betonte OB Feith, „wir wollen Know-how aufbauen. Ich erhoffe mir von einem neuen Partner mehr Schwung und Innovationskraft. In diesem Geschäftsfeld gibt es keine Gemeinsamkeiten mehr mit der MVV.“ flm
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