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04.05.2010 10:31
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Solingen besticht: tolerant und friedlich

Krawallbrüder verloren schnell die Lust. Auch für plumpe Parolen fanden sich kaum Abnehmer. Die Kundgebungen der rechtspopulistischen Bürgerbewegung Pro NRW sowie der rechtsextremen NPD versanken am 1. Mai nahezu in der Bedeutungslosigkeit - sowie im Gegenprotest des Bündnisses „Bunt statt Braun“. Selbst für Frustabbau blieb kein Raum, weil die enorme Polizei-Präsenz sowie die großräumigen Absperrungen jeden Gedanken daran erstickten.

Eine exzellente Arbeit bescheinigt Solingens Ordnungsdezernent Robert Krumbein (SPD) den Beamten. Dabei seien sie sehr besonnen und höflich vorgegangen. „Das hat alles einen sehr entspannten Eindruck gemacht. Da musste niemand Angst haben, dass etwas aus dem Ruder läuft.“

Das Konzept sei voll aufgegangen, zog Krumbein gestern im Gespräch mit dem ST Bilanz. „Es war richtig, in dieser Stärke Polizei vor Ort zu haben“ - auch wenn man Pro NRW und NPD damit zwangsläufig die Aufmerksamkeit zukommen lasse, die diese erreichen wollen. „Das alles links liegen zu lassen und mit Ignoranz zu strafen, geht kaum. Man will halt Flagge zeigen.“

Das Bündnis ist jederzeit zur Stelle

Das sei den Solingern eindrucksvoll gelungen, meint Krumbein. Als Zugereister nehme er die Klingenstadt immer stärker als „tolerant und weltoffen“ wahr. „Dieses Bild wollen wir uns nicht von ein paar Verrückten kaputtmachen lassen.“

Hochzufrieden zeigte sich gestern auch Hans-Werner Bertl, in den vergangenen Wochen eine der treibenden Kräfte des 2007 gegründeten Bündnisses „Bunt statt Braun“. Er versteht den Samstag als eindeutiges Signal an NPD und Pro NRW: „Die können die Finger von Solingen lassen. Die Stadt will so etwas nicht.“

Bertl wertet den 1. Mai auch als Beweis dafür, dass das Bündnis steht: „Es lässt sich jederzeit aktivieren.“ Die Breite, mit der es sich aus mehr als 60 Gruppen formiere, sei einmalig - darunter Kirchen, Parteien, Sportvereine, Wohlfahrtsverbände und Privatleute. Und von noch etwas ist er überzeugt: „Unsere Strategie ist richtig, den Rechten nicht die Plätze zu überlassen.“ Mit einem bunten, friedlichen und fröhlichen Fest über viele Stunden zog „Bunt statt Braun“ den Rechten den Zahn. Bertl: „So ein Kulturprogramm muss man erst einmal auf die Beine stellen. Ich kenne Parteien, die froh wären, wenn sie so viel Power hätten.“ kra