Neun Tage hat sie noch. Neun Tage Zeit, um das große Ziel zu erreichen: Bis zum 11. Januar möchte Darina ihr Seepferdchen-Abzeichen bestehen. Denn danach wird das Üben kompliziert: Dann bleibt das Hallenbad Vogelsang, wo die Achtjährige seit ein paar Wochen für die Prüfung trainiert, für sechs Wochen geschlossen.
In dieser Zeit wird kräftig renoviert. Die Aufhängung der Hallendecke ist rostig und muss dringend repariert werden. Seit 2007 gibt es dazu bereits einen Prüfbericht der Bergischen Universität, worin die Erneuerung der Decke für notwendig erklärt wird. Auch die Umkleiden werden generalüberholt. „Wir werden unter anderem 50 neue Schlösser in die Schranktüren einbauen“, sagt Badewärterin Gerti Willecke und deutet mit dem Finger auf ein herausgebrochenes Exemplar.
Das „Wir“ meint sie wörtlich: Einige Mitarbeiter des Hallenbades packen beim Streichen, Schrauben und Putzen mit an. „Nur die Fliesen überlassen wir den Profis“, sagt Willecke und grinst. Mehrere der braunen und weißen Kacheln im Bad und in den Umkleiden sind gebrochen und müssen ausgetauscht, die Fugen neu verklebt werden.
„Wir freuen uns schon darauf, wenn alles fertig ist“, da sind sich Darina und ihr Vater Thorsten Raschke einig. Bis es soweit ist, werden die beiden wohl aufs Schwimmen verzichten müssen. Die Stadt kann während dieser Zeit keinen gleichwertigen Ersatz zur Verfügung stellen, da die Hallenbäder Birkerstraße und Sauerbreystraße überwiegend den Schulen und Vereinen zur Verfügung stehen. „Wir kommen gerne hierher, weil es auch ein Becken für Nichtschwimmer gibt“, sagt Darina. Da falle das Lernen leichter, ergänzt Thorsten Raschke. Damit können andere Solinger Bäder wie die Klingenhalle nicht dienen.
„Ich werde wohl auf die Klingenhalle ausweichen.“
Harald Willms Schwimmer
Harald Willms macht das wenig aus. „Ich werde wohl in die Klingenhalle ausweichen“, sagt er und humpelt Richtung Kabine. Der drahtige junge Mann ist eigentlich Langstreckenläufer und hat sich an der Wade verletzt. Zur Regeneration geht er jetzt regelmäßig schwimmen. Eine Pause möchte er deshalb lieber nicht machen. Zweimal die Woche kommt der Walder Dirk Becker derzeit ins Hallenbad Vogelsang. Zwei weitere Male schwimmt er in der Klingenhalle. „Aber nicht auf Leistung, mir macht das einfach Spaß.“ Von der Sanierung hat er aus der Zeitung erfahren. „Die Pause ist zwar schade, weil ich in der Nähe wohne und die Halle für mich gut zu erreichen ist“, sagt er achselzuckend, „aber Leichlingen, Hilden und Haan haben auch schöne Bäder.“