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29.08.2011 10:48
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„Schwarzer Schatz“ aus Wald geborgen

Von Carolin Seidel

„Der Schwelbrand hat sich durch den gesamten Meiler gefressen.“ Revierförster Markus Schlösser deutet auf einen ausgebrannten Hügel. Zwischen Sand und Asche glimmt es hier und dort noch rot. „Größtenteils ist der Prozess aber abgeschlossen. Jetzt muss man die entstandene Holzkohle vollständig abkühlen lassen.“

Nach einer Woche im 1000 Grad heißen Meiler konnte am Samstag die Eichen-de-Luxe-Holzkohle von Köhler Stefan Beermann und Kollege Joachim Schulte geborgen werden. Damit wurde auch das Geheimnis um den „schwarzen Schatz“ im Waldgebiet nahe Dorperhof gelüftet: Der besteht zu 99 Prozent aus reinstem Kohlenstoff und hat damit Maximalbrennwert. Von ursprünglich drei Metern Höhe ist noch etwa ein Drittel des Meilers übrig: „Gase und Wasserdampf sind entwichen. Dadurch schrumpft der Berg“, erklärt Schlösser.

Um das Gebilde haben sich zahlreiche Besucher versammelt, die nun das Traditionsprodukt begutachten wollen: „Ich finde das hochinteressant. Das Prinzip war mir vorher gar nicht bekannt“, sagt Erhard Biel und betont: „Es ist wichtig, dass alte Bräuche aufgefrischt werden.“ Denn so selten das ureigenste Handwerk der Kohlegewinnung auch ist: „In dieser Woche haben wir alle viel gelernt“, so Schlösser.

Holzkohle ist nicht nur als Brennstoff, sondern auch zum Zeichnen geeignet

Denn nicht nur die Wechselwirkung von Naturraum und Industriegeschichte kam an. Gerade auf die jungen Nachwuchsköhler hatte der Meiler-Bau einen besonderen Reiz: „Nach einer mittelamerikanischen Vulkanlandschaft hat es hier teilweise ausgesehen“, schmunzelt Dr. Jan Boomers, Geschäftsführer der Biologischen Station Mittlere Wupper.

Bereits nach wenigen Stunden waren 70 Säcke Holzkohle verkauft. Etwa 100 weitere können in den nächsten Tagen gefüllt und an der Bio-Station erworben werden. Dass Holzkohle nicht nur als Brennstoff, sondern auch als Zeichenstift geeignet ist, zeigte Künstler Régis Noël.