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20.10.2011 10:41
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Schulbus-Fahrer streitet sexuelle Berührungen ab

Von Dirk Lotze

Was der Fahrer im Schulbus während der Fahrt getan haben soll – ihre Tochter habe es erst Tage später erzählt, berichtet die Zeugin dem Schöffengericht: „Sie hat gesagt: ‘Ich habe Angst, dass ihr mir nicht glaubt.’“

Gleich am ersten Verhandlungstag musste es gestern die 10-jährige Solingerin im Saal vorführen: wie sie für die Heimfahrt auf dem Beifahrersitz des Kleinbusses saß, wie der 58-jährige Angeklagte letztes Jahr mehrmals zu ihr herübergefasst haben soll.

Für einen Taxi- und Kurierdienst war der inzwischen arbeitslose Solinger zweimal am Tag unterwegs. Im Auftrag der Stadt holte er die Kinder morgens in ausgemusterten Großraum-Taxis zu Hause ab, brachte sie nach der Schule zurück.

Schülerin hält am Zeugentisch
die Hand ihres Vaters

„Ich habe immer vorn gesessen“, sagt die Schülerin. Das habe der Fahrer so bestimmt. Für einige Minuten soll sie auf jeder Strecke das einzige Kind im Bus gewesen sein. An den Arm ihres Vaters gelehnt hält sie zehn Minuten lang die Fragen des Gerichts aus, dann beginnt sie doch zu weinen.

Nicht auflösen lassen sich jedoch Widersprüche in ihrer Version. Gleich nach der Anzeige durch ihre Eltern hatte die Schülerin der Polizei Details anders geschildert. Brüche gibt es auch in der Aussage des Angeklagten. Niemals habe er das Mädchen angefasst, so sein Standpunkt. Dann gibt er doch zu, sie einmal leicht aufs Bein geschlagen zu haben – um sie zurechtzuweisen.

„Ich weiß, es ist schwierig, zuzugeben, dass Sie Kinder angefasst haben, wenn Ihre Lebensgefährtin hier sitzt“, sagt der Vorsitzende zum Angeklagten. Vielleicht habe der ja nur einmal durch Berührung Trost spenden wollen. Goldene Brücken für ein Geständnis, aber der Angeklagte bleibt bei seiner Version. Der Prozess wird fortgesetzt.