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18.03.2011 10:39
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Schul-Diskussion hitzig geführt

Die zahlreichen Gäste im Schulausschuss fanden sich gestern Abend sicherlich in die Zeit der heftigen Gesamtschul-Diskussionen der 80er Jahre zurückversetzt. Auch gestern - so schien es - ging es in erster Linie wieder um links gegen rechts, Gesamt- und Gemeinschaftsschule gegen dreigliedriges Schulsystem. Letztendlich stimmte die Gestaltungsmehrheit aus SPD, Grünen, BfS und Linken dafür, die Verwaltung zu beauftragen, die Möglichkeiten der Einrichtung einer Gemeinschaftsschule in Solingen zum Schuljahr 2012/13 zu prüfen.

„Gemeinschaftsschule könnte Gesamtschulproblem lösen“

„Die Gemeinschaftsschule könnte das Problem der vielen Ablehnungen jedes Jahr an den Gesamtschulen lösen“, begründete Iris Preuß-Buchholz (SPD) die Entscheidung. Auch in diesem Jahr müssen die drei Gesamtschulen insgesamt 270 Kinder abweisen. „Der Bedarf und der Wunsch der Eltern ist eindeutig“, betonten auch die Linken. „Den Antrag zur Gemeinschaftsschule und den zur Prüfung einer vierten Gesamtschule sehen wir als parallele Aufgabe“, erinnerte Martina Zsack-Möllmann von den Grünen an den Gesamtschul-Antrag, der schon seit über einem Jahr läuft. „Die Prüfergebnisse sollen möglichst in der Mai-Sitzung gemeinsam vorgestellt werden“, hofft der Ausschuss-Vorsitzende Markus Preuß (BfS).

Der Beschluss fiel mit Gegenstimmen der CDU und bei Enthaltung der FDP. „Wir wollen erstmal den Schulentwicklungsplan abwarten und dann sehen, was Sinn macht“, erklärte Patrick Lauterbach (FDP) im Gespräch mit dem ST. „Für uns sind alle Fragen noch unbefriedigend beantwortet“, kritisierte Nicole Molinari (CDU). Damit nahm sie Bezug auf den Besuch der NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann, die sich gestern im Schulausschuss zu diesem Thema äußerte.

Löhrmann nahm sich viel Zeit für die teilweise sehr emotional geführte Diskussion. Deutlich widersprach sie dem CDU-Vorwurf, nur eine Schulform zu bevorzugen und erinnerte auch daran, dass viele der derzeit 17 genehmigten Gemeinschaftsschulen in CDU-geführten Gemeinden entstanden sind. Die Gemeinschaftsschule sei vielmehr ein zusätzliches Angebot. Löhrmann sprach auch über das Thema Inklusion, die gemeinsame Beschulung von behinderten und nicht behinderten Kindern - ein Thema, das im Land parteiübergreifend positiv gesehen wird.

Heftig diskutiert wurde hingegen gestern die Frage, wie die Unis im Hinblick auf den doppelten Abi-Jahrgang 2013 besser finanziell ausgestattet werden - auch vor dem Hintergrund des gerichtlich gestoppten Nachtragshaushalts. „Insgesamt hat die Opposition es aber verpasst, Solingen-bezogene Fragen an die Ministerin zu stellen“, bedauerte Markus Preuß. sith