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03.02.2012 09:54
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Salafisten predigen Ur-Islam

Eine Hinterhofmoschee in der Innenstadt erfährt öffentliche Aufmerksamkeit, weil dort Mohamed M., der auch als Abu Usama al-Gharib predigt, gemeldet ist und als Imam arbeitet. Er war in Österreich wegen Werbung für Al-Kaida und Verbreitung von Terrordrohungen verurteilt worden (ST berichtete).


Was sind Salafisten?

Die Begriffe Salafiten und Salafisten gehen auf den arabischen Begriff Salafya zurück. Als Salafiten werden unterschiedliche religiöse und politische Bewegungen bezeichnet, die sich etwa seit Beginn des letzten Jahrhunderts an einem idealisierten Bild der Frühzeit des Islam orientieren. Der Begriff Salafismus dagegen steht heute für eine Strömung des Islamismus. Ihre Anhänger behaupten, besonders eng dem Wortlaut des Korans und den Überlieferungen über das Leben des Propheten (sunna) zu folgen. Dies gilt auch für Bekleidungsvorschriften. Viele Salafisten tragen deshalb lange Bärte, weite Gewänder und Kopfbedeckungen. Frauen, die kein Kopftuch tragen, begehen eine schwere Sünde. Die salafistische Ausprägung findet in Deutschland unter jungen Muslimen Zuspruch, spricht aber auch labile Nicht-Muslime an.

Welche Ziele verfolgen sie?

Das Weltbild der Salafisten verteufelt die nicht-islamische Gesellschaft als feindlich, unmoralisch und dekadent. Damit gibt es Anknüpfungspunkte zum Dschihadismus, dem gewaltsamen Kampf für eine islamische Gesellschaft (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung).

Welche Gefahr geht von
ihnen aus?

Bei der Verbreitung ihrer Propaganda spielt das Internet seit Jahren eine zentrale Rolle. Hier wird immer häufiger offen und unmissverständlich zur Gewalt im Namen des Islam aufgerufen. Die salafistischen Bestrebungen sind gefährlich, weil sie ihre Ideologie durch ihre ausgeprägte Missionierungsarbeit an leicht empfänglichen Zielgruppen bilden. Dies sind in erster Linie junge, hier lebende Muslime, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden. Ein weiters Ziel ist es, junge Nicht-Muslime zur Konversion zu bewegen (Quelle: NRW Verfassungsschutz).


Warum können sie nicht
verboten werden?
Seit vorigem Sommer prüfen die Landes- und der Bundesinnenminister ein Verbot salafistischer Vereine. Der Verfassungsschutz betont, dass die Salafisten einen Gottesstaat anstreben der mit unserer freiheitlichen-demokratischen Grundordnung nicht vereinbar ist.

Wie verhalten sich andere
muslimische Gemeinden zu
den Salafisten?
Sie distanzieren sich davon und wünschen keinen Kontakt.

Wie können Eltern erkennen, dass ihre Kinder unter dem Einfluss von Salafisten stehen?
Wenn Kinder plötzlich ihr Wesen verändern und jetzt überzeugt die Regeln des Islam predigen. Wenn sie zum Beispiel ihre Mutter auffordern, ein Kopftuch zu tragen oder ihrem Vater verbieten, Alkohol zu trinken.


Warum wählen sie Solingen als eines ihrer Zentren?

Darüber kann nur spekuliert werden. Sicher haben die beiden in Großbritannien verhafteten und zum Islam konvertierten Solinger die Aufmerksamkeit auf die Klingenstadt gelenkt. Günstig ist sicher auch die Nähe zu Köln, wo Abu Nagie Ibrahim (siehe Foto) sich demnächst vor Gericht wegen Volksverhetzung verantworten muss. kc » S. 17