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16.06.2012 09:21
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Salafist (28) ein Geldwäscher?

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ist inzwischen eingeschaltet: Der bei der Razzia in den Räumen des Moscheevereins Millatu Ibrahim am Mittwochmorgen festgenommene Engländer soll ein Geldwäscher sein. Jedenfalls suchen ihn unter diesem Vorwurf die britischen Behörden seit mehreren Wochen mit internationalem Haftbefehl. „Zudem gibt es auch Anschuldigungen wegen Betrugs in großem Stil“, bestätigte gestern ein Polizeisprecher. Die Bundesanwaltschaft warte jetzt auf das Auslieferungsersuchen der britischen Behörden.

In welcher Beziehung der 28-jährige Brite zu den Solinger Salafisten steht, ob man ihm auf der Flucht „nur“ Unterschlupf gewährt hat oder mehr dahinter stecke, dazu wollten die Behörden gestern nichts sagen. „Natürlich werden wir das intensiv prüfen, zumal es ein weiterer Beleg für eine enge internationale Verflechtung des verbotenen Moscheevereins zu sein scheint“, sagte der Polizeisprecher.

Zur Erinnerung: Die beiden Solinger Konvertiten Robert B. (24) und Christian E. (28) wurden im Juli letzten Jahres bei der Einreise nach England festgenommen. Eigentlich wollten sie nach Ägypten.

Hohe Bargeldsumme bei Durchsuchung sichergestellt

Nach ST-Informationen waren Fahnder und Staatsschützer am Mittwoch bei der Razzia auch überrascht, als sie in den Räumen des Moscheevereins knapp 20 000 Euro Bargeld fanden. Die Herkunft des Geldes ist derzeit wohl noch ungeklärt. Eingezogen vom deutschen Staat ist nach dem Minister-Verbot auch das Vermögen des Vereins. Ob und wie viel Geld auf den Konten des Moschee-Vereins vorhanden war, darüber schweigt derzeit das Bundesinnenministerium mit dem Hinweis darauf, dass es hierzu noch „intensive Folgeermittlungen“ gebe.

Unterdessen fährt die Polizei in Solingen nach wie vor verstärkt Kontrollstreifen – auch nachts und mit Zivilfahrzeugen: Racheakte seien nicht auszuschließen, heißt es in Polizeikreisen. hpm