DICK & DOOF Im Laurel & Hardy-Museum stehen Original-Kostüme aus den 1940er Jahren.
Von Anja Carolina SiebelEin bisschen vergilbt muten sie an, die beiden dick gestreiften Pyjamas. Kein Wunder, haben die guten Stücke doch über 60 Jahre auf dem Buckel. 1944 trugen Stan Laurel und Oliver Hardy die Requisiten im Film „The big noise“. Bis Sonntag können Besucher die Kleidungsstücke im Laurel & Hardy-Museum im Walder Kotten bewundern.Bei aller Freundschaft: Kostüme bleiben nicht in Solingen„Wir sind stolz, diese Originale anlässlich unseres fünfjährigen Bestehens ausstellen zu können“, sagt Museums-Betreiber Wolfgang Günther. Die Pyjamas sind eine Leihgabe aus dem niederländischen Driebergen. Piet Lindner, ein guter Freund von Wolfgang und Vera Günther, hat sie vor vier Jahren einer Internet-Bekanntschaft aus den USA abgekauft. „Die wiederum hatte einen Freund, der früher bei der Produktionsfirma 20th Century Fox gearbeitet hat und die Kostüme seit 1944 besaß“, erzählt Piet Lindner. „Von meiner Bekannten habe ich sie dann bekommen.“Bei aller Freundschaft: Ganz überlassen will der Niederländer den Günthers seine Errungenschaft nicht. „Die kommen am Sonntag wieder mit nach Hause. Schließlich habe ich mir selbst ein Dick & Doof-Zimmer eingerichtet. Das ist mir heilig.“ Weil er so ein großer Fan des kuriosen Pärchens aus den Schwarz-Weiß-Filmen ist, hat Lindner ein Buch über Stan Laurel und Oliver Hardy geschrieben. In „Door Dik en Don“ schrieb er all sein Wissen über Filme, Filmpartner, Privatleben und Requisiten nieder.Mit seiner Liebe zu den ewig komischen alten Filmen steht Piet Lindner nicht allein. 250 „Dick & Doof-Clubs“ gibt es weltweit. „Kein Wunder“, sagt Heike Omke, die mit ihrem Sohn Alexander (11) zum Museum gekommen ist, um die Original-Kostüme anzuschauen. „Der Humor in den Filmen ist authentisch. Es gibt keine Zoten, nichts ist unter der Gürtellinie.“ Filius Alexander ist der gleichen Meinung: „Ich kann mich über diese beiden kaputtlachen.“ Dass die ausgeleierten Schlafanzüge, die auf Kleiderpuppen vor ihm stehen, tatsächlich für 15 Minuten von seinen Komikhelden getragen wurden, kann sich der Steppke gleichwohl nicht vorstellen: „Sooo alt sehen die gar nicht aus.“Wenn die Pyjamas Solingen morgen wieder verlassen, geben sich die Günthers wieder der Sammelleidenschaft hin: „Wie alle Fans sind wir auf der Suche nach zwei verschollenen Filmen, Heads Off und The Rogue Song “, verrät Wolfgang Günther. „Wenn sich die in irgendeinem Filmarchiv finden würden, wäre das ein weiteres Highlight, mit dem wir aufwarten könnten.“