VERBRECHEN Diebe klauen Reifen aus einem Solinger Autohaus - und werden kurz vor der polnischen Grenze geschnappt.
Von Sonja Kuhl
Solingen, Donnerstagmorgen, 9 Uhr: Die Schlösser verschwunden, die Türen weit offen, und die Container, in denen Autoreifen gelagert waren, leergeräubert. Der Solinger Autohändler staunte nicht schlecht, als er seine leeren Reifencontainer entdeckte. Nagelneue Autoreifen hatten in dem einen gelagert, Sommer- und Winterreifen von Kunden in dem anderen. Doch die waren weg. Geklaut. Der Solinger rief die Polizei.
Polizei konnte Reifen schnell zuordnen
Etwa zeitgleich auf der A4 bei Görlitz: Die Gefahrengruppe Autobahn – eine gemeinsame Fahndungsgruppe von Bundespolizei und sächsischer Polizei – stoppte einen Kleintransporter, der in Richtung polnische Grenze unterwegs war. Und der war bis zum Dach vollgepackt mit Autoreifen, Werkzeug, Kleidung und einem Brecheisen.
Währenddessen war in Solingen die Polizei zur Anzeigenaufnahme eingetroffen. „Da klingelte plötzlich das Telefon und die Polizei aus Bautzen war dran“, berichtet der Autohändler, der namentlich nicht genannt werden möchte. „Wir haben da ein paar Reifen gefunden“, sagt der Beamte am anderen Ende der Leitung. Hintergrund: Die Diebe hatten nicht nur die Reifen, sondern auch die dazugehörigen Lieferscheine geklaut – samt Adresse des Solinger Autohauses.
Was die Polizei da kurz vor der polnischen Grenze gefunden hat, seien jedoch weit weniger Reifen als dem Autohändler fehlen. Er vermutet, dass die Diebe mit mehr als einem Transporter unterwegs waren. Er müsse nun erst einmal zählen, wie viele Reifen tatsächlich geklaut wurden.
Ob alle in dem Transporter entdeckten Räder aus Solingen stammen, muss die Polizei noch klären. Die Tatverdächtigen, 21 und 41 Jahre alt, wurden vorläufig festgenommen. Durch die Staatsanwaltschaften Bautzen und Wuppertal wird eine Haftrichtervorführung geprüft.