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08.10.2009 09:44
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Groß-Razzia: Polizei nimmt Computer mit

Allein die Truppe, die am Mittwoch gegen 7 Uhr an der Schlagbaumer Straße aufmarschierte, war schon eindrucksvoll: Etwa 20 Beamte der Bereitschaftspolizei in voller Montur, sechs, sieben Kriminalbeamte, zwei Motorrad-Polizisten und mehrere Mitarbeiter des Ordnungsamtes waren an der Durchsuchung einer Autohandelsfirma an der Ecke Alleestraße beteiligt. Von der dreistündigen Razzia außerdem betroffen: eine kleine Offset-Druckerei in der Stadtmitte sowie je eine Privatwohnung in Solingen und Wuppertal. Die Polizei hatte Beamte aus zwei Einsatzhundertschaften in Marsch gesetzt.

Familie soll in Massenschlägerei verwickelt gewesen sein

Gegen den Geschäftsführer (24) der Autofirma und den Druckerei-Chef (51) ermittelt die Wuppertaler Staatsanwaltschaft wegen des Verdachtes der Urkundenfälschung und des Betruges. „Es geht um gefälschte Bescheinigungen für Haupt- und Abgasuntersuchungen sowie manipulierte Kfz-Zulassungen“, berichtete Oberstaatsanwalt Wolf Baumert. Die Polizei habe zahlreiche Computer und Akten beschlagnahmt. Auf Geräten aus der Druckerei hätten „erste Auswertungsspuren“ den Verdacht erhärtet. Ähnliches gelte für die Vernehmung des Druckerei-Chefs, der „krumme Touren“ eingeräumt habe. Beide Beschuldigte seien erkennungsdienstlich behandelt, aber nicht festgenommen worden.

Marc Westkämper, der Anwalt des Autohändlers, betont dagegen, es bestehe nur ein Anfangsverdacht gegen seinen Mandanten. Zur Sache dürfe er nichts sagen. Westkämper: „Gemessen an den Tatvorwürfen war der Polizeieinsatz jedenfalls überzogen.“

Das starke Aufgebot war eine Vorsichtsmaßnahme: Denn bei den Sicherheitsbehörden gelten etliche Mitglieder der Großfamilie des Autohändlers, der laut seiner Papiere aus Syrien stammt, als durchaus gewaltbereit. So sollen Männer aus dieser Familie an der Massenschlägerei in der Hasseldelle vor vier Monaten beteiligt gewesen sein. Im Streit um eine unerwünschte Liebesbeziehung waren dort abends eine libanesische und eine syrische Großfamilie aufeinander losgegangen (ST berichtete). Die Polizei musste erst 80 Beamte zusammenziehen, bevor sie die Schlägerei auf der Hasselstraße in den Griff bekam. Sieben Männer mussten in Gewahrsam; seither laufen Ermittlungen wegen Körperverletzung, versuchter Gefangenenbefreiung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte.

Auch am Solinger Amtsgericht ist die Familie nicht unbekannt. 2008 kassierte ein damals 18-jähriger Syrer, der den gleichen Namen wie der Autohändler trägt, für eine brutale Schlägerei eine Jugendstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Vor Gericht gab er an, in der Autofirma eine Mechaniker-Lehre zu absolvieren. Wenige Wochen vorher hatte das Wuppertaler Landgericht den jungen Mann bereits wegen Körperverletzung zu 15 Monaten Jugendstrafe verurteilt. ab, up