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04.05.2010 10:52
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Parkfriedhof: Ruhen am Bachlauf

Ein plätschernder kleiner Bachlauf, eine Holzbrücke, ein Meer von Blumen und ganz viel frisches Grün - was sich anhört wie eine Parkoase, ist in Wirklichkeit die letzte idyllische Ruhestätte. Die Stadt hat in Zusammenarbeit mit der Garten- und Friedhofsgärtnerei Dreier die Gemeinschaftsgrabanlage „Insel der Erinnerung“ auf dem Gräfrather Parkfriedhof entwickelt.

Die Idee ist nicht neu, in Solingen aber bisher einmalig

„Die Idee der Gemeinschaftsgrabanlage ist nicht neu. Auf vielen Friedhöfen gibt es sie schon, in Solingen ist es allerdings die erste“, erklärt Erika Skowasch, die beim Technischen Betrieb Straßen und Grün (TBSG) für das Friedhofswesen zuständig ist. „Beim anonymen oder beim Rasengrab haben Angehörige oft keine Stelle, wo sie hingehen können. Zudem ist oft die Frage: Wer pflegt die Ruhestätte?“, sagt Klaus Neubecker, der mit seiner Frau Patricia die Friedhofsgärtnerei Dreier führt. Diese übernimmt die Pflege der „Insel der Erinnerung“ - bei einer Urne für 20, bei einem Sarg für 30 Jahre. Wer sich beispielsweise für ein Urnen-Grab entscheidet, zahlt für die komplette Zeit 1949 Euro.

„Die heutige globale Welt findet sich auch in der Familientradition wieder - viele Angehörige haben nicht mehr die Möglichkeit, sich um das Grab der Vorfahren zu kümmern“, fügt Rechtsanwalt Uwe Scherf hinzu, der bei der Umsetzung des Projekts berät.

Der Plan der Gemeinschaftsgrabanlage sieht so aus: Inmitten des eingezäunten parkähnlichen Areals wird es Platz für 65 Sargruhestätten geben. Zudem werden Urnenflächen eingerichtet.

„Wir möchten versuchen, Bestattungsfeiern für Urnen auf der kleinen Brücke direkt an der Anlage abzuhalten.“

Uwe Scherf Projektbeteiligter

Als wenn die idyllische letzte Stätte nicht schon Novum genug wäre, wird es auch eine alternative Form der Totenzeremonie geben: „Wir möchten versuchen, Bestattungsfeiern für Urnen auf der kleinen Brücke direkt an der Anlage abzuhalten“, skizziert Scherf eine der Projekt-Ideen. Bänke inmitten der Grabanlage vervollständigen das Gefühl, den Verstorbenen weiterhin ganz nah zu sein. „Die besondere Atmosphäre entsteht auch dadurch, dass es keine streng geometrische Optik mehr gibt. Die Grenzen des einzelnen Grabs sind hier nicht mehr sichtbar“, erklärt Andreas Wippermann, Abteilungsleiter für Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau beim TBSG.

Rund 15 Solinger hätten sich bereits für einem Platz auf der neuen Anlage sehr interessiert, sagt Klaus Neubecker. Kontakt Friedhofsgärtnerei Dreier: 59 21 73. mw