GÜTERHALLEN Buntes Sommerfest mit Live-Musik und jeder Menge Kunst lockte in den Südpark.
Inspirationen sammeln, über den neusten Stand der Kunst auf dem Laufenden sein, einmal den Künstlern über die Schulter schauen und beim Schaffen eines Kunstwerkes dabei sein - all das und vieles mehr wurde Kunstliebhabern am Wochenende im Südpark geboten.
Wenn der Güterhallenverein zum Sommerfest ruft, lassen die Besucher nicht lange auf sich warten, um die ausgestellten Kunstwerke zu begutachten. Die ungeheure Vielfalt von Kunstwerken, die die Rasenfläche vor den Ateliers schmückte, war dabei eine echte Herausforderung für die Besucher.
120 Euro-Paletten dienten als große Bühnen der Kunst
Passend zum diesjährigen Motto „Alles Paletti“ bildeten 120 handelsübliche Euro-Paletten den Mittelpunkt, die entweder in Kunstwerke verwandelt wurden oder als Showbühne und Ausstellungsfläche dienten. Dabei wurde den Besuchern die ganze Bandbreite der Kunst geboten - von Theater, Lesungen, Musik und natürlich Malerei bis zur Objektkunst. Live-Musik auf der ST-Bühne lud bei strahlendem Sonnenschein zum Verweilen ein. Mit zahlreichen Mal- und Bastel-angeboten für Kinder war die Veranstaltung nicht nur für Kunstinteressierte ein gelungener Wochenendausflug, sondern auch für Familien eine durchweg runde Sache.
Seit der Fertigstellung im Jahr 2007 sind die Güterhallen ein Schwergewicht in der Kulturlandschaft der Klingenstadt. Oberbürgermeister Norbert Feith, der das Fest mit einem kräftigen Tröten einer Vuvuzela eröffnete, bezeichnete den Südpark daher nicht zu Unrecht als „ein starkes Stück Solingen“.
Solingen als aufstrebende Hochburg der Kunst beheimatet nicht nur viele künstlerische Talente, sondern zieht auch von außerhalb viele kreativ Schaffende magnetisch an. Die Mehrheit der Künstler, die sich eine Palette zum Ausstellen gemietet haben, kommen aus dem näheren Umfeld, zum Beispiel aus Remscheid und Wuppertal.
So auch Heide Gottschild- Koeln und Peter Brand aus Köln, die eine auf den ersten Blick unscheinbare Installation zum Sommerfest beisteuerten. Ihre Skulptur „5-Minuten-Schlaf“ besteht aus einer Trockenhaube, einem Fernseher und einem Stuhl, auf dem neugierige Besucher Platz nehmen und das Schneegestöber im Fernsehen betrachten konnten. „Die Installation ist eine Möglichkeit, sich von dem Trubel zu entspannen. Sie setzt sich von der Umwelt ab“, erklärte Peter Brand, der lange Zeit ein Atelier in Solingen unterhielt. „Hier auszustellen, ist etwas ganz Besonderes. Solingen ist für mich immer noch eine zweite Heimat.“
Derart kuriose Objektkunst war auf dem Sommerfest allerdings keine Seltenheit. Blumen aus Besteckteilen, eine zerstörte Digitalkamera, die trotz ihres maroden Zustandes einen gewisse Ästhetik ausstrahlte, und zahlreiche knallige Gemälde zogen ebenfalls die Blicke der Besucher auf sich. Für jeden Kunstliebhaber war das Passende dabei. jp