Die SPD will weiter für einen Lebensmittelmarkt im Gräfrather Ortskern kämpfen. Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer kündigte gestern im ST-Gespräch an, er setze auf das Votum einer Bürgerversammlung, zu der die Bezirksvertretung in den kommenden Wochen einladen soll. Damit reagiert er auf die wachsende Kritik an den Plänen, an der Gerberstraße einen rund 600 Quadratmeter großen Markt zu errichten.
Erwartungsgemäß lehnen CDU und FDP das Projekt ab; zuletzt signalisierten auch die Grünen als SPD-Bündnispartner, dass sie einem Geschäft an dieser Stelle ihre Zustimmung verweigern. Die Gründe der Gegner sind vielschichtig: Am häufigsten nennen sie die Zunahme von Verkehr in einer Straße, an der sich eine Grundschule und ein Kindergarten befinden.
Zweifel bestehen auch an der Wirtschaftlichkeit eines verglichen mit anderen Discountern kleinen Supermarkts. Diesen Aspekt hatte die FDP vorgetragen. Dafür hat Votgländer kein Verständnis: „Das muss man doch einem Investor überlassen. Wenn er sicher ist, dass mit einem Markt einer solchen Größenordnung Geld zu verdienen ist, dann wird er das machen.“
CDU und FDP für Variante, die schon einmal begraben worden war
Die Grundstücke an der Gerberstraße (der öffentliche Parkplatz und der Parkplatz vom Hotel Gräfrather Hof) gehören dem Geschäftsmann Siegfried Lapawa. Er hatte Ende vorigen Jahres die rund 20 Jahre alte Planung noch einmal mit Leben erfüllt. Er brauche nur ein Votum der Politik, dann könne gebaut werden.
CDU und FDP haben sich derweil für die Variante ausgesprochen, die schon einmal erledigt war: den Standort des abgerissenen Bahnhofs an der Wuppertaler Straße. Auch dieses Grundstück gehört Lapawa. Er hatte die Pläne begraben, nachdem die Verwaltung von ihm den Bau einer Ampel an der Einfahrt zum Gelände verlangt hatte.