ORCHESTER-FUSION Ärger in Solingen und Remscheid über die Entscheidungin Wuppertal.
„Für diese Entscheidung hätte man die bergischen Nachbarn nicht so lange im Unklaren lassen müssen“, kommentiert SPD-Ratsfrau Dorothee Daun die Nachricht, dass der Wuppertaler Oberbürgermeister Peter Jung (CDU) das „Aus“ für eine große Orchesterfusion verkündet habe (ST berichtete). Die kulturpolitische Sprecherin betont: „Leider haben wir dadurch unnötig viel Zeit verloren, denn Solingen und Remscheid müssen jetzt sehr schnell die Zukunft unserer Bergischen Symphoniker sichern.“
Nun müssten Solingen und Remscheid ohne weitere Verzögerung Gespräche darüber aufnehmen, wie die Kosten des gemeinsamen Orchesters künftig aufgefangen werden können und wie das kulturelle Angebot in den beiden Nachbarstädten durch mehr Kooperationen gesichert wird. Die SPD-Politikerin erinnert in diesem Zusammenhang an einen umfangreichen Prüfauftrag, der vor der Sommerpause gestellt wurde. Sie betont: „In diesem Katalog sind viele Vorschläge einer besseren Kooperation enthalten.“ Diese Ideen müssten nun mit Hochdruck untersucht werden.
Remscheider Beigeordneter verärgert über Wuppertaler Alleingang
Als einen „Pyrrhussieg“ bezeichnete Remscheids Stadtdirektor Burkhard Mast-Weisz (SPD) gestern auf ST-Nachfrage die Entscheidung Jungs: „Auch Wuppertal steht finanziell vor dem Abgrund. Wie kann man da bis 2018 denken? Und wo müssen Abstriche in der Wuppertaler Kulturlandschaft gemacht werden, um das zu finanzieren?“ Auch wenn für die Remscheider Stadtspitze die Nachricht nicht völlig überraschend kam, zeigte sich Mast-Weisz verärgert über den Alleingang der Wuppertaler: Mit „einem Federstrich“ habe Jung zerstört, was in den vergangenen Monaten „viel Geld und Zeit“ gekostet habe.
Was Klarheit für die Wuppertaler Musiker bedeutet, heißt nun völlige Unklarheit für das Orchester Solingens und Remscheids. „Ob wir die Bergischen Symphoniker mit zwei Millionen Euro pro Stadt allein weiter finanzieren können, steht völlig in den Sternen“, sagte Burkhard Mast-Weisz. Für diese Woche kündigte er intensive Gespräche an: „Wir müssen nach Alternativen suchen. Das ist extrem ärgerlich.“ acs/kc