ERMITTLUNG Tatverdächtiger (55) soll 40-jährigen Wuppertaler mit einem Messerstich in den Rücken schwer verletzt haben. Staatsanwalt geht von gefährlicher Körperverletzung aus. Motiv noch offen.
Von Hans-Peter Meurer
Es bestand zeitweise sogar akute Lebensgefahr: Schwerste Verletzungen durch einen Messerstich in den Rücken erlitt am Dienstagabend ein Wuppertaler (40) in einer Wohnung an der Scharrenberger Straße in Ohligs. Das Messer soll der 55-jährige Mieter der Wohnung geführt haben. Der Ohligser ließ sich widerstandslos festnehmen. Die Staatsanwaltschaft verzichtete gestern Abend darauf, den bislang unbescholtenen Mann einem Haftrichter vorzuführen: Demnach wird gegen ihn nicht wegen eines versuchten Tötungsdeliktes, sondern „nur“ wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Dem Opfer geht es nach intensivmedizinischer Behandlung inzwischen besser: Der Zustand des 40-Jährigen hat sich stabilisiert.
Das Motiv der Bluttat liegt noch im Dunkeln. Die Kriminalpolizei hat eine Ermittlungskommission eingerichtet. Fest steht allerdings: Gegen 21.45 Uhr muss es zu einem heftigen Streit zwischen dem 55-Jährigen und seinem Bekannten aus Wuppertal gekommen sein. Vorausgegangen war – so berichtet die Polizei – der „Konsum von reichlich Alkohol“ in der Wohnung, in der der 55-Jährige alleine lebt.
Es müssen sich in dem viergeschossigen Wohnhaus, in dem ein Kindergarten im Erdgeschoss untergebracht ist, dramatische Szenen abgespielt haben. Aber nicht etwa die Bluttat war der Auslöser dafür, dass die Polizei am Montagabend mit einem Großaufgebot an der Scharrenberger Straße erschien.
Ein Brandalarm ließ zunächst Feuerwehr und Polizei ausrücken
Vielmehr hatten gegen 21.45 Uhr Brandmelder im Flur des Hauses angeschlagen. Ein Mieter schaute daraufhin im Treppenhaus nach und sah aus der Wohnung im 1. Obergeschoss Qualm dringen. Er alarmierte sofort die Feuerwehr. Als dieser Mieter mit seiner Familie und ein weiterer Mieter im 2. Obergeschoss das Haus verlassen wollten, torkelte plötzlich der sichtlich verletzte und stark blutende Wuppertaler aus der Brandwohnung. Zuvor hatte der 40-Jährige aber noch selbst die Polizei alarmiert.
Ein Notarzt kümmerte sich sofort um den Schwerverletzten, der ins Klinikum gebracht wurde. Dem Tatverdächtigen und dem Opfer wurden Blutproben entnommen. In der Wohnung war glücklicherweise nur Essen auf dem Küchenherd angebrannt: Folge oder Grund der Bluttat?
Die Tatwaffe, ein Küchenmesser, ist sichergestellt. Die Wohnung wurde versiegelt. Die Ermittlungen der Kripo dauern an.