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Von Susanne Koch Buchsbaum säumt nun die Rasenflächen vor dem Ohligser Rathaus. Über altes Kopfsteinpflaster erreicht man das Portal des klassizistischen Baus. Rechts und links davon knirschen die Schritte im weißen Kies. Die Fassaden der klassizistischen Gebäude aus der Gründerzeit geben jetzt davon einen Eindruck wieder, welche Pracht das über 100 Jahre alte Rathaus, das Amtsgericht und das Bürgerhaus in der Stadt Ohligs ausgestrahlt haben. Heute gibt es von 10 bis 18 Uhr die Möglichkeit, die äußerst liebe- und stilvoll wieder hergerichteten Räume und Gebäude zu besichtigen. 450 Arbeiter engagierten sich bei der Restaurierung, der jüngste erst 15 Jahre alt, der älteste über 80 Jahre. Der Hausherr Jörg Föste selber hat jedes Wochenende in Ohligs verbracht. Mit der Doppelskulptur „Lovers“ des weltbekannten portugiesischen Künstlers José de Guimarães bekommt das Gründerzeit-Ensemble nun auch ein modernes I-Tüpfelchen. Um 13.30 Uhr wird die Skulptur von Oberbürgermeister Franz Haug feierlich enthüllt. Der Solinger Unternehmer Jörg Föste hatte das Ensemble am 14. Dezember 2006 von der Stadt gekauft. Aber erst in den vergangenen neun Monaten, nach dem Umzug der Stadtbediensteten ins neue Rathaus, konnte mit dem eigentlichen Rückbau in den ursprünglichen Zustand und der Restaurierung begonnen werden. Das „Rathauspalais“ umfasst insgesamt 7000 m². Gebaut wurde es auf der ältesten Parzelle von Ohligs. Das Rathaus wurde am 10. August 1891 eingeweiht, das Amtsgericht am 1. April 1895 und das Bürgerhaus 1896.
Insgesamt vier Millionen Euro hat Jörg Föste investiert. In den Gebäuden wurden die alten Holz- und Steinböden wieder freigelegt, Lampen in Auftrag gegeben und aufgehängt, die den ursprünglichen nahe kommen, Türbeschläge und Klinken aus der „alten“ Zeit wieder angebracht, Stuck freigelegt und Fenster nach altem Muster wieder eingesetzt. Erste Nutzer für das historische Ambiente sind längst gefunden. „Es war eine erfüllende und sinnstiftende Aufgabe, das Ensemble zu restaurieren“, betont Jörg Föste. Die Anstrengungen vergesse man dabei schnell. Glücklich ist Jörg Föste auch mit der Doppel-Skulptur, die José de Guimarães eigens für diesen Platz geschaffen hat. „Lovers“ heißt sie, die Liebenden. Die beiden Skulpturen symbolisieren, aneinander zugewandte Köpfe, beziehen sich aber auch auf Bäume, an das Fest-verwurzelt-sein vor Ort. „Das passt zu diesem Platz“, sagt Jörg Föste. „Der Künstler wird bei der Enthüllung aber viel mehr dazu sagen können als ich.“ Gelb und Blau, die Stadtfarben von Solingen, hat der Portugiese ausgewählt. „Er hat sich lange mit dem Ort, der Stadt, der Geschichte und den Menschen befasst“, erklärt Jörg Föste. Die beiden Skulpturen sind aus Stahl gefertigt. Auch das sei bewusst als Material gewählt – wie sonst in der Klingenstadt, die für ihre Stahlprodukte weltweit bekannt sei. José de Guimarães wurde am 25. November 1939 in Portugal geboren. Seine Skulpturen stehen im Olympischen Park in Seoul (Korea), in Tokio, Kobe, Tsumari und Kushiro (Japan), in Lissabon und in Macao. Sowohl in Mexiko-City als auch in Berlin gestaltete er Wände von U-Bahn-Stationen. Das Nationalmuseum von Grabedo (Mexiko) zeigte eine Retrospketive von Zeichnungen. Und José de Guimarãres nahm auch an der internationalen Ausstellung „Haag Sculpture 2002“ in den Niederlanden teil.
Markus
Butz,
Solingen
26.06.2009 20:07:13
Vielen Dank Jörg Föste!
Bürger wie Sie gestalten unsere Stadt und machen Sie lebens- und liebenswert!
Eickmann
Thomas,
Solingen
27.06.2009 00:14:25
Ich kenne das Rathaus nur zu gut. Von daher weiß ich, wie es vor der Übergabe an Herrn Föste aussah. Mit seiner Einstellung von dem Schlimmsten auszugehen, hat er wahrlich recht gehabt. Ich möchte Herrn Föste für sein Engagement vom Herzen danken.
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