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27.05.2010 09:42
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OWB: „Unser Ziel ist die nachhaltige Sanierung“

„Mein Ziel ist es, nicht die Genossenschaft zu zerschlagen, sondern sie aus der Insolvenz herauszuführen und zu sanieren. Und das nachhaltig.“ Das sagte gestern der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bei der Ohligser Wohnungsbau eG (OWB) bestellte Wuppertaler Rechtsanwalt Dr. Jörg Bornheimer (50) in einem Pressegespräch zur Lage und zur Zukunft der seit dem 20. Mai wegen Zahlungsunfähigkeit in die vorläufige Insolvenz gegangenen Genossenschaft mit ihren über über 1460 Mitgliedern und 967 Wohnungen.

Dass er an die Öffentlichkeit gehe, habe seinen Grund darin, „endlich ein wenig Ruhe in das ganze Verfahren zu bringen“. „Viele Mitglieder und Mieter sind in großer Sorge. Man braucht aber keine Angst zu haben. Ich versichere, dass derzeit weder der Verkauf von einzelnen Häusern ansteht noch es mein Ziel ist, alle Immobilien im Paket zu veräußern.“ Diese Pläne seien auch in ersten kurzen Sondierungsgesprächen mit den drei Hauptgläubigerbanken so akzeptiert worden. Man wolle, dass die OWB nach Abschluss des Verfahrens besser dastehe als bisher.

Da das Insolvenzgericht die vorläufige Insolvenz in Eigenverantwortung übertragen habe, bleibe der derzeitige Vorstand mit Ulrich Uibel und dem neu hinzugestoßenen Insolvenzrechtler Andreas Amelung (Köln) vertretungsberechtigtes Organ. „Ich werde ihre Arbeit genau kontrollieren und, wenn nötig, Entscheidungen zustimmen oder ablehnen“, sagte Dr. Bornheimer, der zusammen mit seinem Mitarbeiter Dr. Mike Westkamp über Pfingsten „bereits erste Einblicke“ in die OWB-Geschäftsbücher genommen hat.

Gespräche mit Schürmann und Aufstellung eines Insolvenzplans

Schon in den nächsten Wochen wollen der Vorstand und der vorläufig bestellte Insolvenzverwalter „in Teamarbeit einen konkreten Insolvenzplan“ erstellen. Zuvor seien noch viele entscheidende Gespräche mit den Hauptgläubigern wie den Banken zu führen. Aber auch mit Ex-OWB-Vorstand Wolfgang Schürmann, dessen eingeklagte 300 000-Euro-Forderung erst den Gang zum Insolvenzgericht nötig gemacht hatte, soll verhandelt werden. Ziel sei ein für beide Seiten akzeptabler Vergleich. „Wir hoffen, dass nach vielen vergeblichen Versuchen unsererseits Schürmann nach einem erneuten Schreiben endlich zu Gesprächen bereit ist“, sagte Vorstandsvorsitzender Uibel.

Komme es bis zum 1. September nicht zu einem vertretbaren Vergleich mit Schürmann, werde das Gericht wohl zum 1. September das Insolvenzverfahren eröffnen. „Wir haben uns in diesem Fall ein halbes Jahr gegeben, die OWB zu sanieren“, erklärt Vorstand Andreas Amelung. Die Gläubigerversammlung müsse dann letztlich über die Annahme des Insolvenzplanes entscheiden.

Trotz der Eigenverwaltung könne der OWB-Vorstand nicht machen, was er wolle, kündigt Dr. Bornheimer scharfe Kontrollen an. Schließlich sei er der Gläubigergemeinschaft verantwortlich. Er verstehe sich dennoch auch als Mediator, als Mittler zwischen OWB und Gläubigern. Aber wie es komme, am Ende könne nur ein finanzieller Verzicht aller Gläubiger stehen. hpm