Snippets
Snippets
17.05.2012 08:54
Drucken Vorlesen Senden
Müngsten: Besuchermassen besser lenken

Von Anja Kriskofski

Bis zu 8000 Besucher strömen an einem schönen Wochenende durch den Brückenpark, schätzt Ulrich Hütten, Leiter von Haus Müngsten. Jährlich sind es rund 350 000 Menschen, die im Naturschutzgebiet zwischen Müngsten und Burg Erholung suchen. Die Natur zu schützen und gleichzeitig erlebbar zu machen, das ist das Ziel des neuen Projekts „Bergisches Habitat“, das die EU und das Landesumweltministerium bis Ende 2014 mit 323 000 Euro fördern. Gestern wurden die geplanten Maßnahmen vorgestellt.

Skulpturen sollen an markanten Stellen aufgestellt werden

Erster sichtbarer Baustein soll Ende des Jahres eine Informationsstele an der Busschleife sein, die Infos zu Sehenswürdigkeiten und Infrastruktur des Brückenparks liefert. Zudem ist eine Smartphone-App in Arbeit, die Besucher mittels Sprachfunktion und Vibrationsreizen durch das Areal lenkt – eine Hilfe vor allem für Sehbehinderte.

Seit Februar sind zudem Architektur-Studenten der Bergischen Universität auf den vier Kilometern zwischen Müngsten und Burg unterwegs. Sie werden bis Juli vorstellen, welche Bereiche besser geschützt werden müssten. „Oder welche man Besuchern besser zugänglich machen könnte“, sagt Dr. Jan Boomers, der als Leiter der Biologischen Station Mittlere Wupper für das Projekt verantwortlich ist.

In Abstimmung mit der Bergischen Entwicklungsagentur, Behindertenbeiräten, Naturschützern und anderen werden später an markanten Stellen Skulpturen bergischer Künstler aufgestellt, die die Besucher auf natürliche Weise lenken. Die Menschen sollen lieber Hauptwege nutzen als die ruhigen Trampelpfade, an denen sich viele Pflanzen- und Tierarten finden, so die Idee. „Das klappt auch ohne Verbotsschilder“, ist Susanne Smolka von der Unteren Landschaftsbehörde Remscheid überzeugt.

Auf Remscheider Seite rund um den Diederichstempel ist ein „Haupterlebnisbereich“ geplant – mit Infos zu den typischen Baumarten und mehreren Webcams zur Vogelbeobachtung. Die Daten sollen ins Haus Müngsten übertragen werden, wo Besucher ab 2014 an einer Infosäule sehen können, was in den Bruthöhlen von Eisvogel und Wasseramsel passiert. Auch eine Internetseite und Flyer gehören zum Projekt.